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Rüsselsheim: Neue Corsa Modelle hat es schon öfter gegeben. Das jetzt geplante Auto hat Input vom neuen Besitzer PSA bekommen. Foto: Andreas Arnold

Neuer Corsa im Vordergrund

Opel entwickelt im PSA-Konzern neue Modelle günstiger

Nach der Einigung mit den Beschäftigten will Opel nun die Vorteile aus dem neuen Konzernverbund heben. Mit mehr einheitlichen Teilen wird die Entwicklung billiger. Aber wie deutsch darf Opel bleiben?

Rüsselsheim (dpa) - Der Autohersteller Opel kann künftige Fahrzeuge im Verbund mit der neuen Konzernmutter PSA deutlich kostengünstiger entwickeln.

Opel-Chef Michael Lohscheller bezifferte die Vorteile auf 20 bis 50 Prozent im Vergleich zum jeweiligen Vorgänger für sämtliche neuen Modelle.

An der Spitze stehe der für das kommende Jahr geplante Corsa, der für rund die Hälfte der Kosten entwickelt werde, die noch unter Regie des früheren Mutterkonzerns General Motors angefallen waren. Das Schwestermodell zum Peugeot 208 soll inklusive einer vollelektrischen Variante im spanischen Saragossa montiert werden.

Opel war im vergangenen August von der Peugeot-Mutter PSA übernommen worden. Ende Mai haben sich Unternehmen und Arbeitnehmer auf eine umfassende Beschäftigungssicherung bis einschließlich Juli 2023 geeinigt. Gegen Lohnzugeständnisse der verbleibenden Beschäftigten sicherte Opel zu, den Stamm in den deutschen Standorten von bislang rund 19 000 Menschen nur um 3700 zu vermindern, auf freiwilliger Basis über die verschiedenen Abfindungs- und Vorruhestandsprogramme.

Nach einem Bericht der Zeitungen der VRM muss der Stammsitz Rüsselsheim die Hauptlast bei dem geplanten Personalabbau tragen, nämlich rund 3000 Stellen in Entwicklung, Verwaltung, Produktion und weiteren Abteilungen. Auf Eisenach entfielen 450, auf Kaiserslautern 200 Stellen, wird aus dem Eckpunktepapier zwischen Unternehmen und Betriebsrat zitiert, das den Zeitungen vorliege. Opel äußerte sich zu den Details nicht.

Die exakte Planung zur künftigen Auslastung der Werke lag bislang nicht vor. Lohscheller kündigte weitere Investitionsentscheidungen für Rüsselsheim und Kaiserslautern in den kommenden Monaten an. In Rüsselsheim ist neben dem Spitzenmodell Insignia ein weiterer großer Wagen geplant, der dann bereits auf der PSA-Plattform stehen wird.

PSA-Chef Carlos Tavares hatte angekündigt, Opel als deutsche Marke zu erhalten. Das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim soll dabei eine wichtige Rolle spielen und den markenspezifischen Charakter von Opel erhalten. Die neuen Modelle sollen bis 2024 sämtlich auf den beiden PSA-Konzern-Plattformen stehen, die jeweils rund 60 Prozent der Materialkosten eines Autos beinhalten. Rundum werden Antriebe und Komponenten kombiniert. "Hardware, Software, die Wahl der Module, verschiedene Abstimmungen, Kalibrierungen - all das hilft uns auch, jedem Auto einen markenspezifischen Charakter mitzugeben und unsere DNA sicherzustellen", erklärte Entwicklungschef Christian Müller.

Im Entwicklungszentrum fallen im Sanierungsprozess rund 1000 Stellen weg, erklärte Lohscheller. Er lobte die konzernweite Verantwortlichkeit des Opel-Zentrums unter anderem für eine neue Benzinmotoren-Familie, die Brennstoffzelle oder die Sitze. "Die Verantwortung für das Segment der leichten Nutzfahrzeuge ist sehr wichtig für uns und wird bislang von vielen unterschätzt. Der PSA-Konzern ist dort bereits jetzt europäischer Marktführer. Wir bei Opel wollen dieses Geschäft ausbauen."

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