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Neue Perspektiven für Opel gesucht. Die Bundesregierung zeigt sich Staatshilfen gegenüber skeptisch.

Wie Opel in die Krise geriet – und was Opel retten könnte

Die Zukunft des deutschen Autobauers Opel ist ungewiss. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema:

- Wie ist es um die wirtschaftliche Lage von Opel bestellt?
Die wirtschaftliche Lage von Opel darf als dramatisch bezeichnet werden. Nach Angaben der Konzernmutter General Motors fielen im europäischen GM-Geschäft allein im vierten Quartal 2008 Verluste von 1,5 Milliarden Euro an. Im Gesamtjahr summierten sich die Verluste auf 2,23 Milliarden Euro. Opel ist für rund 80 Prozent des GM-Europageschäfts verantwortlich.

- Was hat die Krise bei Opel ausgelöst?
Der Traditionshersteller schwächelt seit rund zehn Jahren. Der Marktanteil in Deutschland sank seit den 90er-Jahren von rund 17 auf derzeit noch acht Prozent. Überkapazitäten, Qualitäts- und Imageprobleme sowie eine über lange Jahre unzureichende Modellpalette ließen den Absatz sinken. In den vergangenen Monaten machte der Einbruch auf wichtigen europäischen Märkten dem Hersteller zusätzlich zu schaffen. Die Abwrackprämie sowie der Erfolg des neuen Opel Insignia sorgten zuletzt allerdings für einen Lichtblick. Derzeit ist Opel bei den Absatzzahlen in Deutschland die Nummer zwei nach Volkswagen.

-Welche Rolle spielt General Motors in der aktuellen Situation?
Opel ist seit 1929 eine 100-prozentige Tochter von GM und dementsprechend eng mit dem Mutterkonzern verflochten. In den vergangenen Jahren hat General Motors immer wieder Kostensenkungen bei Opel durchgesetzt, andererseits aber auch Verluste getragen und viel Geld investiert. Zu dieser umfassenden Hilfe ist GM nicht mehr in der Lage, weil der Konzern selbst vom Untergang bedroht ist. Daher droht Opel nach Angaben von Insidern innerhalb der nächsten Monate das Geld auszugehen. Inzwischen ist GM bereit, Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall aus der engen Verflechtung mit dem Gesamtkonzern herauszulösen. An der neuen Gesellschaft sollen sich der Staat und private Investoren beteiligen können.

-Kann Opel als Autobauer allein existieren?
Das ist nur schwer vorstellbar. Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall haben im vergangenen Jahr knapp 1,5 Millionen Autos verkauft. Nach Auffassung von Branchenkennern ist Opel damit als Massenhersteller zu klein, um die horrenden Investitionskosten in der Autoindustrie aufbringen zu können. Notwendig wäre ein jährliches Volumen von 3 bis 3,5 Millionen Fahrzeugen. Daher dürften Opel und Vauxhall auch in Zukunft auf die Kooperation mit General Motors angewiesen sein.

- Kann Opel von einem neuen Investor gerettet werden?
Derzeit ist kein neuer industrieller Partner in Sicht. Das Problem ist der Zeitpunkt. Die Autoindustrie befindet sich weltweit in der Krise. Alle Hersteller kämpfen mit Absatzproblemen und Überkapazitäten. In dieser Situation macht ein Einstieg bei Opel für andere Hersteller wenig Sinn. Der Einstieg eines Finanzunternehmens ist wegen der Bankenkrise derzeit gleichermaßen unwahrscheinlich.

-Welche Rolle kann der Staat spielen?
Opel hat im November erstmals angekündigt, dass es eine staatliche Bürgschaft braucht. Ursprünglich waren 1,8 Milliarden Euro im Gespräch. Inzwischen braucht das Unternehmen 3,3 Milliarden Euro. Davon sollen nach den Vorstellungen von GM Bund und Länder zwei bis drei Milliarden Euro aufbringen, den Rest die übrigen europäischen Länder mit Opel-Standorten. Das Problem ist, dass Opel bei einer staatlichen Bürgschaft zunächst eine Bank finden müsste, die dem Hersteller Geld leiht. Daher wird nun der Ruf nach einer direkten Beteiligung des deutschen Staates an Opel lauter. Ein solcher Schritt gilt in der Politik als letztes Mittel, um die knapp 26 000 deutschen Opel-Arbeitsplätze zu retten.

Guido Rijkhoek

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