Opel: Management und Betriebsrat nähern sich an

- Bochum/Rüsselsheim - Während der Bochumer Opel-Streik gestern erstmals Werke in Europa lahm legte, schlugen Unternehmen und Gesamtbetriebsrat einen gemeinsamen Kurs ein. "Beide Seiten verfolgen das Ziel, die Standorte Rüsselsheim und Bochum so weit wettbewerbsfähig zu machen, dass sie über 2010 hinaus als Automobilwerke erhalten werden können. Dies gilt analog für das Werk Kaiserslautern", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

Der sechstägige Streik in Bochum hatte die Produktion im belgischen Antwerpen, aber auch im Stammwerk Rüsselsheim zum Erliegen gebracht. Diese Werke sind auf Zulieferungen aus Bochum angewiesen. Allein in Rüsselsheim hatten laut Betriebsrat 20 000 Menschen gegen die Sparpläne protestiert. Die Belegschaft im Bochumer Werk hat inzwischen die Arbeit wieder aufgenommen. 6400 Beschäftigte hätten für die Wiederaufnahme der Arbeit gestimmt, rund 1700 dagegen, erklärte der Betriebsratsvorsitzende Dietmar Hahn.

Die Opel-Führung hatte an die IG Metall appelliert, wegen der Streiks in Bochum zu intervenieren. Diese "gefährden massiv die Ziele der anstehenden Verhandlungen und die Zukunft des Standorts Bochum", hieß es in einem Schreiben von Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster und dem Opel-Vorstandsvorsitzenden Hans Demant an IG-Metall-Chef Jürgen Peters. Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz griff den Mutterkonzern General Motors heftig an: "Wenn sie meinen, mit der GM-Bulldozermentalität durch Europa fahren zu können, werden sie sich täuschen. Wir werden uns nicht das Fell über die Ohren ziehen lassen."

Unterdessen begrüßte IG-Metall-Chef Peters die Erklärung von Opel-Management und -Betriebsrat. Es sei zu erkennen, dass die Opel-Führung Werksschließungen vermeiden und eine längerfristige Perspektive der Standorte über 2010 hinaus aufzeigen wolle. Vorstand und Gesamtbetriebsrat wollen jetzt nach Lösungen suchen, um die Personalanpassungen im Rahmen der geplanten Restrukturierung sozialverträglich zu gestalten.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement zeigte sich zuversichtlich, dass die Verhandlungen mit dem Opel-Management eine einvernehmliche Lösung für die Beschäftigten bringen werden. Auch gehe er davon aus, dass betriebsbedingte Kündigungen nicht notwendig seien.

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