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Alle sind sich offenbar einig: Magna ist der ideale Partner für “New Opel“.

Opel: Milliardenkredit auf dem Silbertablett

Berlin/Rüsselsheim - Damit die Hängepartie um Opel rechtzeitig vor den Wahlen beendet wird, legt der Staat für seinen Wunschkandidaten Magna den gewünschten Milliardenkredit auf dem Silbertablett vor.

Von der Kanzlerin, den Ministerpräsidenten und dem Opel-Betriebsrat hört die Nation seit Monaten immer nur eine Botschaft: Magna ist der ideale Partner für “New Opel“. Der Finanzinvestor RHJI wird hinter den Kulissen als böse “Heuschrecke“ dargestellt, die von General Motors ferngesteuert den Opelanern ein brutales Sanierungsprogramm aufdrücken will. Was steckt dahinter?

Gerade in Wahlkampfzeiten kommt es der Politik gerade recht, dass Magna nicht mehr Beschäftigte feuern will als unbedingt nötig. Rund 3000 Stellen sollen in Deutschland verschwinden - das sind deutlich weniger als RHJI mit 3900 Stellen plant. Zudem hat Magna nie Zweifel daran gelassen, dass alle vier Opel-Standorte erhalten bleiben sollen. RHJI möchte dagegen das in die Jahre gekommene Werk in Eisenach für zwei Jahre still legen.

Der Autoexperte Christoph Stürmer vermutet, dass hinter der Loyalität zu Magna auch eine gewisse Dankbarkeit stecken könnte. Als GM seinerzeit in den USA in die Insolvenz ging, habe sich Magna bei den Gesprächen in Berlin als einziger Bieter ernsthaft zu einer möglichst eigenständigen Zukunft von Opel bekannt. “Wäre Opel damals mit in die Insolvenz gegangen, hätte die Liquidierung gedroht“, sagt der Analyst vom Prognose-Institut Global Insight. Dann hätte es die Chance für Verhandlungen mit GM gar nicht mehr gegeben.

Für Magna sprechen auch die besseren Zukunftsaussichten. Nur der Zulieferer hat ein industrielles Konzept. Magna genießt in der Branche einen hervorragenden Ruf und entwickelt selbst ausgefeilte Antriebstechnologie, die Opel nutzen könnte. Dank der russischen Partner - dem Autohersteller GAZ und der größten Bank Sberbank - hätte das neue Unternehmen Zugang zum russische Markt. Auch die Betriebsräte und Händler stehen voll hinter Magna. “Wir sind Botschafter für Magna“, sagt der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz.

Magna hat aber auch gravierende Schwächen. Der Zulieferer hat keine Erfahrung mit der Führung eines großen Autoherstellers. Die Chancen auf dem russischen Markt, der ebenfalls unter der Wirtschaftskrise leidet, werden nach Ansicht einiger Experten vollkommen überschätzt. Ein Blick auf Magnas Partner lässt Zweifel aufkommen: GAZ braucht selbst Hilfe und die staatliche Sberbank hat wohl keineswegs nur die Zukunft von Opel im Blick. Sie ist vom Kreml gesteuert und lässt den Verdacht aufkommen, dass sie wie ein Staatsfonds technologisches Wissen abschöpfen will. Auch Stürmer warnt: “Es gibt auch bei Magna ein Risiko bis hin zum totalen Untergang von Opel.“

Ein zentraler Knackpunkt bleibt: Wie will Magna Opel von der ungeliebten Ex-Mutter General Motors ( GM ) abtrennen? GM muss auf Gedeih und Verderb bei “New Opel“ dabeibleiben, weil der Konzern im Tagesgeschäft sehr eng mit Opel verbunden und auf die Deutschen angewiesen ist. “General Motors kann ohne Opel nicht leben“, lautet das Fazit einer Studie des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer.

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