Opel nach Jahren wieder in schwarzen Zahlen

Detroit/Rüsselsheim - Der Autobauer Opel hat sich nach einer schmerzhaften Sanierung und dem Verlust tausender Arbeitsplätze in die Gewinnzone zurückgekämpft.

Der Mutterkonzern General Motors (GM) meldete am Donnerstag für das zweite Quartal im Europageschäft einen Gewinn vor Steuern und Zinsen von 102 Millionen US-Dollar (72 Millionen Euro), eine Verbesserung von 260 Millionen Dollar zum Vorjahresquartal. Das GM-Europageschäft besteht praktisch aus Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall.

“Dies ist das erste Mal seit Jahren, dass wir wieder einen Überschuss erzielt haben“, schrieben Opel-Vorstandsvorsitzender Karl-Friedrich Stracke und Aufsichtsratschef Nick Reilly in einem Brief an die Belegschaft, der der Nachrichtenagentur dapd vorliegt. Der Restrukturierungs- und Wachstumsplan zeige “ganz offensichtlich erste Erfolge“, erklärten die Manager. Über die ersten sechs Monate gerechnet, meldet Opel/Vauxhall noch einen Verlust von 288 Millionen Dollar, eine Verbesserung von 350 Millionen Dollar.

Opel/Vauxhall hatte bis Ende Juni in Europa 50.000 Fahrzeuge mehr verkauft als im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres und den Marktanteil auf 6,4 Prozent gesteigert.

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Stracke wiederholte in dem Brief das Ziel, das Jahr 2011 ohne Einrechnung der Sanierungskosten mit einem Gewinn abzuschließen. Ab 2012 will Opel nachhaltig profitabel sein, wie Stracke schon früher gesagt hatte. Opel will seinen Absatz in diesem Jahr von 1,2 Millionen auf 1,3 Millionen Fahrzeuge steigern.

8.000 Jobs weg

Opel war durch Missmanagement und Qualitätsprobleme tief in die Krise geraten. Anfang 2010 begann der Traditionshersteller mit einer harten Sanierung. Das Werk in Antwerpen wurde geschlossen, europaweit sind 8.000 Stellen zum Abbau vorgesehen. Zeitweise war auch der Opel-Verkauf im Gespräch, ehe sich die Mutter GM dagegen entschloss. Inzwischen kommen neue Modelle wie der Astra-Kombi oder der Minivan Meriva wieder gut bei den Kunden an. Wie entschlossen GM ist, Opel zum Erfolg zu führen, zeigt der Baubeginn für ein neues Motorenwerk im westungarischen Szentgotthard. Das Werk hat eine Kapazität von 500.000 Motoren pro Jahr und soll Ende 2012 die Produktion aufnehmen. Opel investiert dort 500 Millionen Euro und schafft 800 Arbeitsplätze. In Deutschland betreibt das Unternehmen Werke in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern.

Erst vor wenigen Wochen hatte GM neue Verkaufsgerüchte vom Tisch gewischt. GM-Chef Daniel Akerson sagte, Opel werde nicht verkauft.

Insgesamt meldete der größte US-Autobauer für das zweite Quartal einen Nettogewinn von 2,5 Milliarden Dollar, nach 1,3 Milliarden Dollar vor einem Jahr. Der Umsatz stieg um 6 Milliarden Dollar auf 39,4 Milliarden Dollar. Für das zweite Halbjahr erwartet GM eine leicht schwächere Gewinnentwicklung.

dapd

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