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Laut Medien

Opel: Kurzarbeit für tausende Angestellte

Rüsselsheim - Der kriselnde Autobauer Opel reagiert auf den schwachen Absatz und schickt tausende Mitarbeiter in die Kurzarbeit. Betroffen ist vor allem das Stammwerk in Rüsselsheim.

„Die Adam Opel AG führt in Abstimmung mit Betriebsrat und IG Metall am Standort Rüsselsheim sowie im Komponentenwerk Kaiserslautern ab September 2012 Kurzarbeit ein. Vereinbart wurden jeweils 20 Tage für den Zeitraum bis Jahresende“, teilten Unternehmen und Betriebsrat in Rüsselsheim mit.  Damit bestätigte Opel Informationen des Fernsehsenders hr-Info. Dieser hatte berichtet, dass der Autobauer mit Kurzarbeit auf seine Absatzkrise reagieren werde. hr-Info zufolge solle startet die Maßnahme am 6. September im.

Betroffen sind nach Aussage von Opel in Rüsselsheim 3500 Mitarbeiter in der Produktion sowie 3300 in der Verwaltung. Im Werk Kaiserslautern müssen 2500 Beschäftigte in die Kurzarbeit. Für die 7000 Mitarbeiter im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim gilt die Regelung nicht. Nach hr-Info-Informationen werden allein im September zehn Arbeitstage wegfallen - die übrigen Tage sollen sich auf Oktober und November verteilen.

„Die Lage von Opel ist sehr ernst“

Mitte August war bekanntgeworden, dass Betriebsrat und Gewerkschaft mit dem Unternehmen über Kurzarbeit von mehr als 6000 Produktionsmitarbeitern in Rüsselsheim und Kaiserslautern verhandeln. In einem Flugblatt des Betriebsrats hieß es: „Die Lage von Opel ist sehr ernst.“ Der Arbeitgeber wolle die Kosten kurzfristig senken.

Nach dem Bericht von hr-Info wird die Arbeitszeit im internationalen Entwicklungszentrum nicht verkürzt. Allerdings sollen Zugeständnisse der Mitarbeiter „in vergleichbarer Höhe“ ausgehandelt werden. Hingegen dürfe das Werk in Kaiserslautern von der Kurzarbeit betroffen sein, berichtet der Sender: „Wie genau die Regelungen dort aussehen sollen, ist noch nicht bekannt.“

„Es bleibt nicht mehr viel Zeit“

Konjunkturelles Kurzarbeitergeld wird unter bestimmten Bedingungen über die Arbeitsagentur ausgezahlt und beträgt 60 Prozent vom Netto für Ledige beziehungsweise 67 Prozent für Beschäftigte mit Kindern. Opel soll diesen Betrag nach früheren Forderungen des Betriebsrates aufstocken, um zu hohe Belastungen für die Beschäftigten zu vermeiden. Der Betriebsrat verlangte auch eine Beteiligung der Führungskräfte an den Sparbemühungen.

Unterdessen mahnt der frühere Betriebsratschef von Opel, Klaus Franz, eine schnelle Entscheidung über die künftige Strategie an. „Es bleibt nicht mehr viel Zeit“, sagte er in einem Interview von heute.de. Die bisherigen Veränderungen seien nicht ausreichend: „Sehr viele Personalwechsel sind noch kein Zukunftsplan.“

Zugleich fordert er, dass die Mutter General Motors Opel gestatte, weltweit Autos zu verkaufen. „Alle Unternehmen, die in Europa eingesperrt sind, werden langfristig in der Krise bleiben.“ Neue Märkte entwickelten sich woanders, betonte Franz: „Opel muss globalisiert werden.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolfoto

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