Opel: Sanierung ohne Kündigungen

- Rüsselsheim - Im Konflikt um die Erhaltung von 10 000 Arbeitsplätzen bei Opel zeichnet sich eine Lösung ab: Der weltgrößte Autobauer General Motors (GM) will sein verlustreiches Europageschäft mit Opel im Zentrum ohne betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen sanieren. Auf diese Rahmenvereinbarung einigten sich das Management von GM Europe und Arbeitnehmervertreter, wie der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz mitteilte.

<P>Wie die konkrete Umsetzung für die deutschen Opel-Standorte in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach aussieht, will GM heute bekannt geben. Dann wird die Belegschaft über das Sparprogramm informiert. Die GM-Zentrale in Zürich sowie Opel wollten zunächst keinen Kommentar abgeben. "Unser gemeinsames Ziel ist es, die Restrukturierung sozialverträglich zu gestalten und für die Zukunft faire Bedingungen für die Vergabe von Produktionskapazitäten in Europa zu erreichen", erklärte Franz. Management und Arbeitnehmer hätten sich darauf verständigt, nicht nur einseitig Kosten einzusparen, sondern auch mit mehr Marketing und Vertrieb wieder in die Gewinnzone zu kommen. Für die Auslastung der Werke sei ein erster Kriterienkatalog vereinbart.<BR><BR>Der erreichte Kompromiss stellt allerdings nur eine Teillösung dar. "Jetzt stehen weitere Fragen an. Wir fordern eine Standortsicherung für die Opel-Werke und eine Bestandsgarantie für die Arbeitsplätze bis 2010", sagte Franz. Dazu seien die verbleibenden 20 000 Mitarbeiter zu Zugeständnissen bereit. Diskutiert werde über einen Verzicht auf einen Großteil der übertariflichen Leistungen.<BR><BR>Offen ist weiterhin, an welchem Standort die neue Mittelklasse (Opel Vectra und Saab 9-3) gebaut wird. Die Verhandlungen könnten sich deswegen trotz der ersten Einigung bis zum zweiten Quartal 2005 hinziehen, sagte der GM-Europa-Vize Carl-Peter Forster dem "Handelsblatt". So lange werde es dauern, die Gespräche zu beenden und die Maßnahmen von den Gremien absegnen zu lassen, sagte Forster. GM halte daran fest, den Großteil der geplanten Maßnahmen im Jahr 2005 zu realisieren.<BR><BR>Die Betriebsräte aller deutschen Opel-Standorte berieten über den Sanierungsplan. Ergebnisse aus der internen Sitzung würden nicht bekannt gegeben, teilte das Betriebsratsbüro mit. GM will in seinem defizitären Europa-Geschäft mit den Töchtern Opel, Vauxhall und Saab die Kosten um jährlich 500 Millionen Euro senken. Rund 12 000 der 63 000 Stellen in Europa sollen wegfallen, davon allein bei Opel 10 000 Arbeitsplätze.<BR><BR>Die Konzernzentrale in Detroit muss noch einen Vorschlag akzeptieren, der Abfindungen und Beschäftigungsgesellschaften vorsieht. "Ich gehe davon aus, dass der GM-Verwaltungsrat dem ausgehandelten Paket zustimmt", sagte Franz. "Es ist die Basis für die Zukunft, die Basis für alles."</P>

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