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Opel-Chef Nick Reilly steigt am Rande eines Spatenstichs für ein neues hochmodernes Opel-Autohaus aus einem Opel-Rennwagen von 1903. Reilly sieht eine Staatshilfe für Opel näher gerückt.

Opel sieht Staatshilfe näher gerückt

Rüsselsheim - Fließen bald die Milliarden? Der Autobauer Opel ist nach eigener Einschätzung deutscher Staatshilfe einen entscheidenden Schritt näher gekommen.

Das Unternehmen gelte nun auch in der Berliner Politik als Opfer der Wirtschaftskrise, sagte Opel-Chef Nick Reilly der Wochenzeitung “Die Zeit“ (Donnerstag).

“Opel wurde von der Krise zu einem ungünstigen Zeitpunkt getroffen. Ohne die Krise wäre die Existenz von Opel nicht gefährdet gewesen“, sagte der Brite. Genau das war in den Gesprächen mit der Bundesregierung lange umstritten. Von dieser Frage hängt unter anderem ab, ob Staatshilfen fließen dürfen.

Ein Opel-Sprecher erklärte am Mittwoch: “Pro-forma-Zahlen haben gezeigt, dass die Marke Opel vor der Krise profitabel war.“ Ob nun auch Geld fließe, sei noch nicht entschieden. Das liege in der Hand der Politik beziehungsweise des Bürgschaftsausschusses.

Die Tochter des US-Autokonzerns General Motors (GM) strebt für seine Sanierung Staatshilfen von insgesamt 1,8 Milliarden Euro an, davon allein 1,3 Milliarden Euro aus Deutschland. GM selbst will 1,9 Milliarden Euro in die Opel-Rettung stecken - teils als Eigenkapital, teils in Form von Krediten.

In der “Zeit“ verteidigte Reilly, dass GM die Opel-Sanierung nicht komplett selbst stemmt: “Opel ist auch ein europäisches und ein deutsches Unternehmen ­ mit mehreren Zehntausend Arbeitsplätzen in ganz Europa. Da sollte es möglich sein, in einer schwierigen Situation staatliche Hilfe in Europa in Anspruch zu nehmen.“

In den Verhandlungen mit der deutschen Politik seien noch zwei Fragen offen, erklärte der Opel-Chef: “Wir müssen eine federführende Bank für den Kredit in Deutschland finden ­ und klären, in welcher Reihenfolge Kredite später zurückgezahlt werden.“ Boden gutmachen will der Autohersteller auch mit neuen Modellen, etwa einem Kleinstwagen. In etwa zwei bis drei Jahren soll nach Reillys Vorstellungen ein Opel-Mini auf dem Markt sein.

dpa

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