Opel steht vor Umwandlung in AG

Rüsselsheim - Bei Opel werden noch in dieser Woche wichtige Weichen zur Umwandlung in eine Aktiengesellschaft gestellt. Der Aufsichtsrat werde in den kommenden Tagen einen entsprechenden Grundsatzbeschluss fällen.

Das sagte der Konzern- Betriebsratsvorsitzende und stellvertretende Aufsichtsratschef der Adam Opel GmbH, Klaus Franz, am Mittwoch. Er bestätigte damit einen Bericht des “Handelsblatts“. Franz verspricht sich von der Umfirmierung eine größere strategische Unabhängigkeit vom US-Mutterkonzern General Motors (GM): “Die neue Gesellschaftsform wird die Mitsprachemöglichkeiten der Arbeitnehmer deutlich erweitern und die Eigenständigkeit des Opel- Managements, insbesondere in Produktfragen, gegenüber der Konzernmutter General Motors erhöhen“, sagte Franz. In der Vergangenheit hatte Rüsselsheim dem Management in Detroit immer wieder Fehler in der Modell- und Produktpolitik vorgeworfen.

Erst vor fünf Jahren war Opel von der AG in eine GmbH umgewandelt worden. Nun macht GM die Rolle rückwärts und räumt Opel wieder mehr Freiheiten ein. “Wenn alles wie geplant läuft, wird Opel bereits ab Herbst die Rechtsform einer Aktiengesellschaft haben“, sagte Franz. Bei den Verhandlungen um einen Sanierungsbeitrag der Arbeitnehmer hatte der Betriebsrat die Umfirmierung zur Bedingung gemacht. Im Gegenzug verzichten die Arbeitnehmer bis 2014 jährlich auf 265 Millionen Euro. GM verpflichtete sich, das Geld zurückzubezahlen, wenn es seinen Zusagen nicht nachkommt. In einer Vereinbarung vom Mai heißt es: “Sollte die Umwandlung der Adam Opel GmbH in eine AG nicht bis spätestens zum 31.12.2010 wirksam werden, wird das hälftige Weihnachtsgeld aus 2010, das von den Arbeitnehmern eingebracht wurde, mit der nächstmöglichen Monatsrechnung an die Mitarbeiter ausgezahlt.“

dpa

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