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Nach Meinung eines Experten droht Opel Stellenabbau oder die Insolvenz.

Opel: „Stellenabbau oder Insolvenz“

Frankfurt/Main - Nach der überraschenden Wende im Poker um Opel sieht Experte Wolfgang Meinig radikale Einschnitte auf den Autobauer zukommen. Es gebe zwei Möglichkeiten: Stellenabbau oder Insolvenz

“Ich möchte nicht ausschließen, dass General Motors Opel in die Insolvenz schickt“, sagte der Leiter der Forschungsstelle Automobilwirtschaft (FAW) im Bamberg am Mittwoch.

Aber auch wenn GM Opel ohne Insolvenzverfahren sanieren wolle, müsse sich die Belegschaft auf deutlich mehr Stellenstreichungen als beim abgeblitzten Investor Magna gefasst machen. Der Autozulieferer wollte bei einer Übernahme europaweit 10 500 Stellen bei Opel abbauen. Magna kommt aber nicht zum Zug, weil GM am Dienstagabend überraschend beschloss, Opel in Eigenregie zu restrukturieren.

„GM in Wahrheit nur scheingesund“

Meinig fürchtet zudem, dass der US-Konzern selbst auch noch nicht über den Berg ist. “Ich habe die Sorge, dass GM in Wahrheit nur “scheingesund“ ist. Möglicherweise wird GM in zwei Jahren, wenn alle Finanzmittel aufgebraucht sind, wieder in die Insolvenz gehen.“ Der US-Autobauer hatte im Frühsommer in Rekordzeit ein Insolvenzverfahren durchlaufen und wird mit Staatshilfen über Wasser gehalten.

Mehrheitseigentümer sind die USA und Kanada. Dass GM sich dennoch in der Lage fühlt, Opel aus eigener Kraft zu sanieren, führt Meinig auf den “typisch amerikanischen Optimismus“ zurück. Zudem erwartet er Drohgebärden gegenüber den europäischen Regierungen.

Nach der Brüskierung durch GM seien die Beteiligten zwar derzeit nicht bereit, die auch von den Amerikanern angestrebten Staatshilfen zu geben: “Aber GM wird die Regierungen mit der Androhung von Werksschließungen erpressen.“ Meinig warf der deutschen Politik vor, sich selbst in diese Lage manövriert zu haben. “Entgegen aller ordnungspolitischer Vernunft, wonach der Schwächste eingeht, greift der Staat ein und schützt unproduktive Stellen.“ Vollbeschäftigung habe es aber auch in der DDR gegeben, nur hätten die Leute dort nichts zu tun gehabt und ihre Produkte seien nicht wettbewerbsfähig gewesen: “Das ist das Ende eines Wirtschaftssystems.“

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