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Fiat-Idylle aus dem Jahr 1957. Bei Opel stößt die Idee, dass der italienische Autokonzern als Retter auf den Plan tritt, für Unmut und Sorgen. 

Opel: Der ungeliebte Retter aus Turin

Rüsselsheim – Opel droht eine Rettung wider Willen. Der Widerstand gegen eine Übernahme durch Fiat in der Belegschaft und Teilen der Politik ist enorm. Möglicherweise ist der Einstieg von Fiat aber auch die letzte Chance für Opel. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Warum interessiert sich Fiat überhaupt für Opel?

Fiat-Boss Sergio Marchionne will sein Unternehmen fit für den Automarkt des 21. Jahrhunderts machen. Marchionne ist überzeugt, dass ein Hersteller nur überleben kann, wenn er pro Jahr mindestens 5,5 Millionen Fahrzeuge weltweit absetzt. Auf dem Weg zu diesem Ziel würde eine Übernahme des europäischen Geschäfts von General Motors einen großen Schritt nach vorne bedeuten. Fiat hat zuletzt 2,15 Millionen Autos pro Jahr absetzen können. Die GM-Töchter Opel und Vauxhall verkaufen pro Jahr rund 1,5 Millionen Fahrzeuge.

Welche Vorteile ergäben sich?

Die Vorteile sind vor allem im Bereich des Materialeinkaufs zu sehen. Alle Hersteller kaufen in großer Stückzahl Teile und Komponenten für ihre Fahrzeuge. Je höher die Stückzahl, desto billiger kann das einzelne Teil eingekauft werden. Da die Materialkosten im Automobilbau den größten Kostenblock darstellen, kann hier sehr viel Geld gespart werden.

Warum sträubt sich der Opel-Betriebsrat gegen eine Übernahme?

Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz hat auf die Unabhängigkeit von GM und einen eigenständigen europäischen Autokonzern unter der Flagge von Opel hingearbeitet. Ein Verkauf an Fiat würde diese Bemühungen zunichtemachen. Dazu kommen die schlechten Erfahrungen der Vergangenheit. Der Versuch von Fiat und Opel, Motoren und Getriebe gemeinsam zu entwickeln und zu bauen, scheiterte 2005 kläglich.

Was bedeutet eine Übernahme durch Fiat für die Jobs bei Opel?

Das ist derzeit unklar. Der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild befürchtet die Schließung der Opel-Werke in Bochum und Eisenach innerhalb eines Jahres. Hier dürfte der Staat allerdings ein Wort mitreden. Die Bundesregierung ist bereit, einen Investor bei Opel über Bürgschaften abzusichern. Vertreter der Großen Koalition haben aber darauf hingewiesen, dass eine solche Absicherung an den Erhalt der Arbeitsplätze geknüpft würde.

Ist Fiat überhaupt stark genug, um Opel zu übernehmen?

Im Prinzip schon. Trotz Krise will Fiat 2009 schwarze Zahlen schreiben und einen Nettogewinn von mehr als 100 Millionen Euro einfahren. Eine schwere Last sind aber Nettoschulden von fast 19 Milliarden Euro. Nach Medienberichten wäre GM bereit, Opel zu verschenken, falls der neue Eigentümer rund 500 Millionen Euro investiert. Sollte Fiat eine Staatsbürgschaft erhalten, wäre das Investment nur mit geringen Risiken behaftet.

Gibt es andere Interessenten an Opel?

Nach Angaben von GM gibt es mindestens sechs ernsthafte Interessenten an Opel. Teilweise handelt es sich offenbar um Finanzinvestoren. Aus dem Industriebereich ist neben Fiat noch der kanadische Autozulieferer Magna International im Gespräch.

Was spricht für Magna?

Magna wird vom Betriebsrat, von der IG Metall, aber auch von Teilen der Politik als beste Wahl angesehen. Mit Magna ließe sich das Konzept eines weitgehend selbständig agierenden Opel-Europakonzerns umsetzen. Zudem haben die Kanadier als Auftragsfertiger für BMW, Jeep, Mercedes und Saab selbst Erfahrung im Automobilbau.

Guido Rijkhoek

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