Opel: Unzufriedenheit über Verhandlungen wächst

Rüsselsheim - Im Opel-Aufsichtsrat wächst die Unzufriedenheit mit dem Verlauf der Verhandlungen über den Einstieg eines neuen Investors.

Wie Teilnehmer der Sitzung der Nachrichtenagentur AP berichteten, appellierte das Kontrollgremium am Freitag an die Konzernmutter General Motors , den Opel-Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster an den Verhandlungen mit dem kanadischen Zulieferer Magna zu beteiligen. Lediglich der Finanzchef von GM-Europa , Enrico Digirolamo , habe erklärt, den Beschluss nicht mittragen zu können.

Das europäische GM-Management ist von den Verhandlungen den Angaben zufolge weitgehend ausgeschlossen. Lediglich Digirolamo sitze bei den Gesprächen mit am Tisch , hieß es. Unterdessen mahnte Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg die Verhandlungspartner zur Eile.

Angesichts der dramatischen Finanzlage von Opel sei es dringend geboten, noch im Sommer zu einer tragfähigen Lösung zu kommen, sagte der CSU -Politiker dem “Tagesspiegel“. Noch sei in der Frage, wer Opel übernehme, alles offen: “Neben dem Magna-Konsortium sind unter anderem der chinesische Autohersteller BAIC und auch der Finanzinvestor Ripplewood weiterhin nachhaltig interessiert.“

Die Sberbank aus Russland , die Teil des Magna-Konsortiums ist, hält ein Scheitern ihres Einstiegs bei dem deutschen Autobauer für möglich. Russische Nachrichtenagenturen zitierten Bankchef Denis Bugrow mit den Worten, er schließe die Möglichkeit nicht aus, dass das Geschäft kurz vor dem Abschluss noch platze. Die Sberbank will 35 Prozent an Opel erwerben, Magna weitere 20 Prozent.

“Zahlen sind uns nicht bekannt“

Opel widersprach Berichten über dramatisch hohe Verluste. “Die Zahlen, die in den Medien spekuliert werden, sind uns nicht bekannt“, sagte ein Opel-Sprecher am Rande der Aufsichtsratssitzung. Nach einem Zeitungsbericht soll Opel täglich fünf bis sechs Millionen Euro Verluste machen. Dagegen hatte der hessische Ministerpräsident Roland Koch die Verluste vor wenigen Tagen auf 100 Millionen Euro im Monat beziffert. Dies wären etwas mehr als drei Millionen Euro am Tag . “

In der Regelung für die Brückenfinanzierung ist festgehalten, dass die zur Verfügung gestellten Mittel nur für den laufenden Betrieb und Investitionen verwendet werden dürfen“, erklärte der Firmensprecher: “Die Adam Opel GmbH ist hier gegenüber den finanzierenden Banken rechenschaftspflichtig.“

Der Hersteller braucht derzeit enorme Finanzmittel, um seine Werke auf die Modelleinführung des neuen Opel Astra umzustellen. Der Vorsitzende des Opel-Treuhandbeirats, Fred Irwin , zeigte sich unterdessen zuversichtlich, dass die Verhandlungen über den Verkauf von Opel bald abgeschlossen werden können. “Magna hat eindeutig einen Zeitvorsprung vor anderen Investoren“, sagte Irwin dem Nachrichteportal heute.de: “Aber ich sage Ihnen, die anderen rennen sehr schnell. Sie versuchen Magnas Zeitvorsprung zu überholen.“ Ausdrücklich lobte Irwin das Konzept von BAIC.

ap

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