Opel zieht Notbremse: Nur 30 Stunden Arbeit

- Rüsselsheim - Der Autobauer Opel zieht die Notbremse. Nur mit einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit im Stammwerk Rüsselsheim kann die Belegschaft der Adam Opel AG über den Konjunkturwinter gerettet werden. Die Reduzierung von 35 auf 30 Stunden pro Woche in der Produktion sichert die aktuelle Überkapazität von 1200 Stellen. Als Lohnausgleich werden lediglich 2,6 Stunden gezahlt. Den Einkommensverlust von durchschnittlich 85 Euro netto im Monat tragen die leidgeprüften Opelaner ohne Protest.

<P>Immerhin konnte der Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz den Abbau weiterer Arbeitsplätze verhindern. Opel-Chef Carl-Peter Forster hatte dies in die Verhandlungen eingebracht, obwohl die bestehenden Verträge zum Sanierungsprogramm "Olympia" bereits den Verlust von 2500 Stellen in Deutschland vorsahen. Mit der 2001 vereinbarten Zusage - "keine betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2005" - hatten die Arbeitnehmervertreter jedoch einen starken Trumpf in der Hand.</P><P>Von der am 10. November beginnenden Arbeitszeitverkürzung sind zunächst 3500 Mitarbeiter in der Fertigung betroffen, nach dem Abbau noch vorhandener Zeitguthaben werden es bis zu 5500 sein. Die übrigen der insgesamt 21 000 Arbeitnehmer in Rüsselsheim leisten einen Solidarbeitrag von zehn Minuten Mehrarbeit am Tag. Die 750 Führungskräfte verzichten auf zwei Urlaubstage einschließlich Urlaubsgeld. Die Kosteneinsparung soll in "zweistelliger Millionenhöhe" liegen, sagte Personalvorstand Norbert Küpper.</P><P>Das Flexi-Modell bis Ende 2004 innerhalb des bestehenden Flächentarifvertrages kann zwar kurzfristig Erfolg haben, doch langfristig benötigt auch die neue und derzeit modernste Autofabrik der Welt eine entsprechende Nachfrage. Die Kaufzurückhaltung vor allem der kleinen und mittleren Einkommensbezieher hat die Opel-Sanierungspläne aus dem Takt gebracht.</P>

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