Opposition: Kanzler soll Karstadt-Quelle retten

- Frankfurt - Angesichts des drohenden Verlustes tausender Arbeitsplätze bei Karstadt-Quelle haben Oppositions-Politiker Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Handeln aufgefordert. "Der Bundeskanzler muss die Lage im Einzelhandel zur Chefsache machen", zitiert "Bild" den stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Rainer Brüderle. "Wir brauchen sofort ein Notpaket für die gesamte Branche."

<P>Auch der CSU-Wirtschaftsexperte Johannes Singhammer sagte: "Schröder muss Karstadt zur Chefsache machen, weil es um eine riesige Anzahl von Arbeitsplätzen geht - aber mit mehr Erfolg als im Fall Holzmann." </P><P>Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu hält dagegen eine "Notstandspolitik für den Einzelhandel" für "großen Unsinn". Stattdessen sollten Rahmenbedingungen geschaffen werden, "dass sich eine vernünftige Nachfrage entwickelt". Auch der Kanzler hat Forderungen nach staatlichen Eingriffen zurückgewiesen. Schröder sicherte zwar zu, die Bundesregierung werde alles tun, um die Sanierung des Unternehmens für die Belegschaft abzufedern. Bei "so krassem Management-Versagen" könne die Verantwortung aber nicht bei der Politik liegen. Der Sanierungsprozess müsse vom neuen Management geleitet werden, die Verantwortung bei Karstadt verbleiben.</P><P>Auch die Gewerkschaft Verdi erneuerte unterdessen ihre Vorwürfe gegen das Karstadt-Management und warf ihm vor, die kleineren Warenhäuser seit Jahren vernachlässigt und falsch geführt zu haben. Diese seien seit Jahren Problemthema im Konzern gewesen, es sei aber nie etwas geschehen, sagte Gertrud Tippel-Kluth vom Verdi-Bundesvorstand der "Berliner Zeitung".</P><P>Karstadt-Quelle-Vorstandschef Christoph Achenbach kündigte unterdessen einen Gehaltsverzicht des Managements an. "Wir würden in dieser Lage des Konzerns eindeutig auf fünf oder zehn Prozent Einkommen verzichten", sagte er. "Man muss die Mitarbeiter weiterhin angucken können."<BR></P>

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