Optimismus bei Wirtschaft

- Mannheim - Die positive Stimmung der Wirtschaft zum Jahresausklang setzt sich auch im Januar fort. Die Erwartungen von Anlegern und Analysten zur Konjunktur hellten sich erneut deutlich stärker auf als erwartet. Der Index des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg im Vergleich zum Vormonat kräftig um 9,4 auf 71,0 Punkte, wie das Institut am Dienstag in Mannheim mitteilte. Von dpa-AFX befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt nur mit einem Anstieg auf 63,3 Punkte gerechnet. Der Index liege weiter über seinem historischen Mittelwert von plus 34,7 Punkten.

"Für das Jahr 2006 hellen sich die Perspektiven deutlich auf", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Dies sei ein Vertrauensvorschuss für Politik der kommenden Monate. "Nun kommt es entscheidend darauf an, dass die Wirtschaftspolitik einschließlich der Lohnpolitik diesen Erwartungen gerecht wird." Wesentlicher Faktor für den Optimismus sei eine positive Auftragslage, die auf eine Stabilisierung oder gar eine leichte Beschleunigung der inländischen Investitionen hinweise. Dazu käme eine starke ausländische Nachfrage nach deutschen Produkten.

Die befragten Analysten gehen außerdem davon aus, das wegen der für 2007 angekündigten Erhöhung der Mehrwertsteuer zahlreiche langlebige Konsumgüter noch in diesem Jahr gekauft würden. Dies mache einen Konjunkturaufschwung für 2006 wahrscheinlich. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage in Deutschland stieg im Januar von minus 44,4 auf minus 31,6 Punkte.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) begrüßte die ZEWZahlen. "Endlich wächst in Deutschland wieder die Zuversicht, und das aus gutem Grund". Der Export wachse weiter, und er erwarte, dass die gute Auslandskonjunktur in diesem Jahr auch auf die Binnenkonjunktur überspringe. "Die Maßnahmen, die wir gestern in Genshagen zur Kräftigung der Konjunktur beschlossen haben, werden ein Übriges tun. Es deutet vieles darauf hin, dass 2006 ein gutes Jahr wird für die deutsche Wirtschaft."

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone verbesserten sich ebenfalls. Der Euro-Indikator legte zum Vormonat um 14,9 auf plus 66,1 Zähler zu. Auch der entsprechende Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verbesserte sich im laufenden Monat. Er stieg um 6,9 Punkte auf minus 9,9 Punkte.

An der Umfrage im Rahmen des ZEW-Finanzmarkttests vom 27. Dezember 2005 bis zum 9. Januar 2006 beteiligten sich 303 Analysten und institutionelle Anleger. Sie wurden nach ihren mittelfristigen Erwartungen bezüglich der Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung befragt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax fehlt vorm Feiertag weiter der Schwung
Frankfurt/Main (dpa) - Trotz guter Konjunkturdaten aus Deutschland hat der Dax etwas schwächer geschlossen. Mit einem kleinen Abschlag von 0,13 Prozent auf 12 642,87 …
Dax fehlt vorm Feiertag weiter der Schwung
Komitee empfiehlt Opec-Förderlimit bis Frühjahr 2018
Es war ein historischer Schulterschluss: Die Opec hatte mit anderen wichtigen Förderländern eine Öl-Drosselung beschlossen. Die Vereinbarung soll nun wohl um neun Monate …
Komitee empfiehlt Opec-Förderlimit bis Frühjahr 2018
Linde und Praxair wollen "Zusammenschluss unter Gleichen"
Zu einem Weltkonzern will Linde-Aufsichtsratschef Reitzle sein Unternehmen machen und dafür mit dem Konkurrenten Praxair zusammengehen. Das ruft Gewerkschafter und …
Linde und Praxair wollen "Zusammenschluss unter Gleichen"
Griechenland meldet kräftigen Primärüberschuss
Athen (dpa) - Griechenland hat im ersten Quartal 2017 einen Primärüberschuss von 1,7 Milliarden Euro erzielt und damit das von den Gläubigern gesetzte Ziel in Höhe von …
Griechenland meldet kräftigen Primärüberschuss

Kommentare