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Eng könnte es werden, hoffen Bayerns Einzelhändler, wenn die Verbraucher von der Krisenzeit unbeeindruckt in die Städte drängen, um Geschenke zu kaufen.

Bayerischer Einzelhandel

Optimistischer Start ins Weihnachtsgeschäft

München - Schlecht gelaunte Verbraucher sind schlechte Einkäufer. Sinkt das Stimmungsbarometer wie derzeit aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise, könnte das nun anstehende Weihnachtsgeschäft ins Wasser fallen. Doch der bayerische Einzelhandel gibt sich optimistisch und setzt auf hohe Qualität statt Rabatte.

Der Endspurt bis zum Heiligen Abend ist für die meisten Einzelhändler die lukrativste Zeit des Jahres. Im Schnitt fällt ein Fünftel des Jahresumsatzes allein auf das Weihnachtsgeschäft.

Bayernweit werden Verbraucher im November und Dezember rund 13,5 Milliarden Euro auf der Jagd nach passenden Geschenken ausgeben, schätzt der Präsident des Landesverbandes des Bayerischen Einzelhandels (LBE), Michael Krines. Das wären 200 Millionen Euro mehr als im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres. Auch die insgesamt 10 000 Einzelhändler im Münchner Stadtgebiet sollen in den beiden letzten Monaten diesen Jahres statt 1,9 rund zwei Milliarden Euro einnehmen.

Das klingt unlogisch, hört man doch seit Wochen, dass Verbraucher aus Sorge vor wirtschaftlich schlechten Zeiten ihr Vermögen mit Argusaugen bewachen und Ausgaben nur wohlüberlegt tätigen. Einer repräsentativen Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young zufolge wollen die Deutschen in diesem Jahr durchschnittlich nur 221 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben – zehn Prozent weniger als 2007.

Doch von den Kunden im Freistaat erwartet der LBE weit weniger Zurückhaltung. Zwar schwebe die Finanzkrise wie ein Damoklesschwert über dem Weihnachtsgeschäft 2008, aber „die Erfahrung zeigt, dass sich die Verbraucher in sogenannten Krisenzeiten eher mal etwas gönnen“, erklärt Krines, „und manchmal dafür auch tiefer in den Geldbeutel greifen“. Das sei nach dem letzten Börsencrash und der anschließenden Wirtschaftsflaute im Jahr 2002 genauso gewesen. Statt das Geld in unsicheren Zeiten auf der Bank zu lassen, investierten viele Menschen lieber in werthaltige Waren. Eine „vorweihnachtliche Rabattfront“ mit Schnäppchen und Rotstiftpreisen werde es dieses Jahr nicht geben, sagt Krines.

„Man kauft sich wieder etwas Vernünftiges“, stellt auch der Geschäftsführer des Münchner Haushaltswarengeschäfts Kustermann, Gerald Funk fest. Zudem zeige sich ein Trend zur Häuslichkeit: „Es wird wieder mehr zu Hause gekocht“, sagt Funk. Dementsprechend gefragt seien daher Geschirr und anderes Küchenzubehör. Ähnlich optimistisch schätzt der Buchhandel die Lage kurz vor Weihnachten ein. „In schwierigen Zeiten besinnen sich die Menschen auf traditionelle Werte und da gehört das Buch unbedingt dazu“, sagt Buchhändler Bernd Brenner aus Dillingen. Der Trend zum Hörbuch werde sich allerdings nicht weiter verstärken.

Zu den Rennern im Weihnachtsgeschäft zählen nach Einschätzung des Handels in diesem Jahr neben den Klassikern Schmuck und Parfüm vor allem Handys, Digitalkameras oder Navigationsgeräte. Spielwaren werden nach Einschätzung des Handels nicht nur für Kinder gekauft, sondern zunehmend auch für Erwachsene. Der Spielwarenhandel macht im Schnitt sogar 40 Prozent des Jahresumsatzes in der Weihnachtszeit und ist damit besonders stark abhängig von der Kauflaune der Kunden. Und die scheint in Bayern bislang ungetrübt. „Die Umsätze sind stabil, wenn auch auf recht bescheidenem Niveau“, sagt Krines.

Stefanie Backs

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