+
Der Gewinn bei Oracle ging um zwei Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar zurück, teilte das Unternehmen mit. Foto: Christoph Dernbach

Oracle mit weniger Umsatz und Gewinn

Cloud-Dienste machen immer noch einen geringen Anteil am Geschäft des SAP-Rivalen Oracle aus - aber sie wachsen schnell und sind der Hoffnungsträger. Denn das klassische Geschäft schrumpft.

Redwood Shores (dpa) - Beim SAP-Konkurrenten Oracle können auch starke Zuwächse der Cloud-Angebote weiterhin die Einbußen im traditionellen Geschäft nicht ganz ausgleichen. Im vergangenen Quartal sank der Konzernumsatz im Jahresvergleich um ein Prozent auf knapp 10,6 Milliarden Dollar.

Der Gewinn ging um zwei Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar zurück, wie Oracle nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Die Aktie legte nachbörslich dennoch um rund zwei Prozent zu: Oracle übertraf beim Umsatz die Erwartungen der Analysten.

Oracle ist ein Spezialist für Unternehmens-Software und Datenbanken. Genauso wie der deutsche Rivale SAP setzt der Konzern seit Jahren massiv auf Cloud-Angebote, bei denen Software und Daten direkt aus dem Netz bereitgestellt werden.

Im Geschäft mit Cloud-Diensten sprang der Quartalsumsatz um 66 Prozent auf 690 Millionen Dollar hoch. Dazu gehören bei Oracle der Online-Zugang zu Programmen sowie zu Software-Werkzeugen, mit denen Apps gemanagt und Daten ausgewertet werden können. Für das laufende Quartal rechnet Oracle mit einem noch schnelleren Wachstum von bis zu 80 Prozent.

Oracles Co-Chefin Safra Catz wies in der Telefonkonferenz mit Analysten die Vorwürfe aus der Klage eines früheren Mitarbeiters zurück, wonach die Umsätze im Cloud-Geschäft künstlich aufgebläht worden seien. Die Buchhaltung sei "zu 100 Prozent korrekt" und sogar eher konservativ, sagte sie.

Im klassischen Geschäft gingen die Erlöse aus neuen Software-Lizenzen - ein wichtiger Indikator für die künftige Umsatzentwicklung - um zwölf Prozent auf rund 2,77 Milliarden Dollar zurück. Der von einigen Analysten angesichts des Umstiegs in die Cloud befürchtete Rückgang des Geschäfts mit Wartung von Oracle-Software blieb aus, der Umsatz hier legte um drei Prozent auf 4,81 Milliarden Dollar zu.

Die Hardware-Verkäufe schrumpften weiter mit einem Minus von elf Prozent auf 725 Millionen Dollar. Oracle hatte den Server-Spezialisten Sun Micrososystems gekauft, doch das Geschäft läuft angesichts scharfer Konkurrenz zäh.

Oracle zum Geschäft im vergangenen Quartal

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gute Bezahlung ist den Deutschen im Job am wichtigsten
Wie gut ein Arbeitgeber bewertet wird, darüber entscheiden einer Umfrage zufolge vor allem Vergütung und Jobsicherheit. Karrierechancen oder die Vereinbarkeit von …
Gute Bezahlung ist den Deutschen im Job am wichtigsten
Fehler bei Wartungsarbeiten: Commerzbank-Geldkarten gestört
Frankfurt/Main (dpa) - Kunden der Commerzbank und ihrer Tochter Comdirect haben am Samstag über Stunden hinweg ihre Geldkarten nicht benutzen können. Ursache dafür waren …
Fehler bei Wartungsarbeiten: Commerzbank-Geldkarten gestört
Bankenverband rechnet mit Tausenden neuen Jobs in Frankfurt
Berlin (dpa) - Der Verband der Auslandsbanken rechnet wegen des Austritts Großbritanniens aus der EU mit Tausenden neuen Stellen am Finanzplatz Frankfurt.
Bankenverband rechnet mit Tausenden neuen Jobs in Frankfurt
Auch Unschuldige auf "schwarzer Liste" der Finanzindustrie?
Banken dürfen keine Geschäfte mit Terroristen oder Geldwäschern machen. Für Informationen nutzen sie Datenbanken wie World-Check. Doch die soll auch Unbescholtene als …
Auch Unschuldige auf "schwarzer Liste" der Finanzindustrie?

Kommentare