Osram-Beschäftigte wehren sich gegen Stellenabbau

Berlin/Augsburg - Osram steht vor harten Einschnitten. Die Beschäftigten wollen das nicht kampflos hinnehmen und bei einem Protesttag ihrem Unmut Luft machen.

Gegen den geplanten Stellenabbau beim Licht-Konzern Osram formiert sich Widerstand. Für kommenden Montag (22. September) rief die IG Metall am Donnerstag zu einem Aktionstag mit Protestkundgebungen an den Osram-Standorten in Berlin und Augsburg auf. Dort sollen jeweils hunderte Stellen gestrichen werden. Anlass für die Protestaktionen ist eine Aufsichtsratssitzung am gleichen Tag in Augsburg. Das Unternehmen gab dazu am Donnerstag keine Stellungnahme ab. Osram hatte angekündigt, in den kommenden drei Jahren weltweit rund 7800 Jobs zu streichen, davon rund 1700 in Deutschland.

Nachdem die Beschäftigten mittlerweile an den Standorten über Details der Pläne informiert wurden, rechnet die Gewerkschaft mit dem Abbau von rund 400 Stellen in Augsburg, rund 300 Stellen in Berlin und rund 360 in Eichstätt. In Schwabmünchen seien 74 Arbeitsplätze und im nordrhein-westfälischen Wipperfürth 80 Stellen betroffen, hieß es. In Herbrechtingen (Baden-Württemberg) dürften nach IG-Metall-Angaben weitere 32 Jobs gestrichen werden. Einschnitte stehen zudem in Vertrieb und Verwaltung von Osram an. Früheren Berichten zufolge dürften am Unternehmenssitz in München rund 250 bis 300 Jobs zur Disposition stehen, die Gewerkschaft geht aber bereits von 300 bis 400 aus.

Die Arbeitnehmervertreter forderten den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und Zusagen zur Standort- und Beschäftigungssicherung sowie zu Investitionen in neue Technologien an den traditionellen Standorten von Osram. „Nur Restrukturierung ist uns zu wenig“, sagte der Sprecher der IG Metall Bayern, Michael Knuth, der auch im Aufsichtsrat von Osram sitzt. Die frühere Siemens-Tochter ist - wie alle Lichttechnik-Anbieter - vom rasanten Wandel in der Branche von konventioneller Beleuchtungstechnik hin zu moderner Leuchtdioden-Technik (LED) betroffen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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