Osram: Licht im Siemens-Dunkel

- München -­ Das Geschäft mit Licht zähle zu den spannendsten Aktivitäten des Konzerns, hat Siemens-Chef Klaus Kleinfeld kürzlich geschwärmt. Das mag daran liegen, dass die Tochter Osram seit Jahren hohe Gewinne an den Mutterkonzern überweist, während es in manch anderer Sparte - Stichwort schwarze Kassen ­- ziemlich düster aussieht.

Aber es hat auch mit der rasanten Entwicklung der Technologie zu tun. Und die will Osram als eines der führenden Licht-Unternehmen der Welt weiter vorantreiben.

Licht macht ein Fünftel des weltweiten Stromverbrauchs aus. Würden überall statt konventioneller Leuchtstofflampen moderne Energiespar-Systeme eingesetzt, würde das die globale Belastung mit dem Treibhausgas Kohlendioxid so stark reduzieren, wie wenn in ganz Deutschland kein Auto mehr betrieben würde, hat man bei Osram ausgerechnet. Und darin sieht das Unternehmen große Chancen.

Insbesondere bei innovativen Produkten wolle man im laufenden Geschäftsjahr, das am 1. Oktober begann, ein "gutes Mengenwachstum" erreichen, kündigte Osram-Chef Martin Goetzeler an. Das wird sich in erster Linie in Asien abspielen, wo die Münchner ihr Geschäft über ein zweites Werk in Indien sowie Firmenübernahmen ausbauen wollen. Der Spatenstich für die Fabrik soll in der ersten Jahreshälfte 2007 erfolgen. Die Investitionssumme liegt bei zehn bis 15 Millionen Euro.

Der Anteil Asiens am Weltmarkt wird bis 2015 von 40 auf über 50 Prozent steigen, glaubt Goetzeler. Osram soll dort mitwachsen ­ das aber nicht zu Lasten heimischer Arbeitsplätze. Deren Zahl ist im vergangenen Jahr um 50 auf gut 8800 gestiegen. Auch heuer soll sie "relativ stabil bleiben", stellte Goetzeler in Aussicht.

Im Ausland dagegen ist mit weiterem Wachstum zu rechnen. Hier beschäftigte das Unternehmen 2000 Menschen zusätzlich. Insgesamt arbeiten gut 40 000 Männer und Frauen für Osram. Zuletzt erwirtschafteten sie einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von 481 Millionen Euro. Damit erfüllt Osram die Renditevorgabe des Mutterkonzerns (zwischen zehn und elf Prozent vom Umsatz). Das sei auch für das kommende Frühjahr geplant, kündigte Goetzeler an. Dann müssen nach Maßgabe von Siemens-Chef Kleinfeld alle Bereiche des Konzerns ihre Margenziele erreichen.

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