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Oster-Schock: Spritpreis steigt und steigt

Hamburg - Osterurlauber werden an den Tankstellen noch tiefer in die Tasche greifen müssen. Einen Tag vor Beginn der Feiertage lag der durchschnittliche Preis für einen Liter Benzin laut Angaben von Shell bei 1,45 Euro.

Das sind 4 Cent mehr als am vergangenen Wochenende. Diesel verteuerte sich ähnlich stark auf 1,23 Euro. Am Mittwochabend stieg der Rohölpreis auf den höchsten Stand seit 17 Monaten: Ein Barrel (159 Liter) kostete 83,76 Dollar. In die Diskussion um hohe Benzinpreise vor den Ferientagen schaltete sich nun auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ein. “Dass sich gerade immer Ostern die Dinge so entwickeln, wie sie sich entwickeln und der Benzinpreis steigt, da fragen die Menschen sich zu Recht: 'Warum ist das eigentlich so?'“, sagte Merkel im Programm von RTL.

Die skurrilen Begründungen für steigende Benzinpreise

Die skurrilen Begründungen für steigende Benzinpreise

Die Kanzlerin schloss eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Sprit aus. “Das geht nicht, wenn wir uns unseren Haushalt anschauen. Wir werden sparen müssen und deshalb glaube ich, sollte man hier nichts Falsches versprechen“, erklärte Merkel. Zwtl: Kartellamt ohne Beweise für Preisabsprachen Das Bundeskartellamt hat nach eigenen Angaben bislang keine Beweise für verbotene Preisabsprachen der Ölkonzerne beim Benzin gefunden. Derzeit laufe die bisher aufwendigste Untersuchung der Behörde, berichtete die “Bild“-Zeitung. Sie zitierte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt mit den Worten, in Hamburg, Köln, München und Leipzig nehme man jeweils 100 Tankstellen unter die Lupe, halte über drei Jahre hinweg alle Preisveränderungen tagesgenau fest und suche nach Auffälligkeiten.

Mit Ergebnissen rechnen die Wettbewerbshüter demnach für den Herbst. Der Geschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Klaus Picard, sagte dem DAPD, dies sei nicht die erste Untersuchung. “Das Kartellamt prüft in regelmäßigen Abständen. Das ist auch gut so“, sagte Picard. Bisher habe es damit keine Probleme gegeben. Bei den aktuellen Erhöhungen handele es sich um “ganz normale Preisschwankungen“. Da im vergangenen Jahr die Gewinnmarge der Ölkonzerne für Benzin bei lediglich 0,7 Cent pro Liter gelegen habe, seien Preissteigerungen nun gerechtfertigt. Zwtl: 1,40-Marke im März erstmals seit 2008 geknackt Nach Angaben von Aral hatte der Liter Benzin noch im Januar und Februar um etwa 10 Cent unter dem jetzigen Preisniveau gelegen. Eine spürbare Steigerung vor allem im März hat der ADAC ausgemacht: “Die Marke von 1,40 Euro je Liter Benzin wurde damit, bezogen auf den bundesweiten Tagesdurchschnittspreis, erstmals seit Oktober 2008 übertroffen“, teilte der Autofahrerclub am Donnerstag mit.

Am meisten habe Superbenzin am 12. März mit 1,45 Euro gekostet. Im Zuge der Debatte verlangt der ADAC die Abschaffung der Ökosteuer zugunsten niedrigerer Benzinpreise. “Die Steuerlast ist eindeutig zu hoch. Deswegen sollte man die Ökosteuer abschaffen“, sagte ADAC-Präsident Peter Meyer dem “Tagesspiegel“. Nötig sei eine nachhaltige Reform der Sozialsysteme, nicht eine einseitige und willkürliche Belastung der Autofahrer. Die vor Ostern gestiegenen Benzinpreise nannte Meyer überhöht. Die Ölkonzerne wollten so viel Gewinn wie möglich: “Noch vor ein paar Jahren hätte man das als Mondpreis bezeichnet.“ Bei Vielfahrern liege die Zusatzbelastung rasch bei 50 Euro im Monat. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann warf den Ölkonzernen Missbrauch ihrer Marktposition vor. Natürlich gebe es auf den internationalen Ölmärkten Preisschwankungen. Diese seien aber nicht von den deutschen Ferienzeiten abhängig, erklärte Herrmann laut “Bild“ und fügte hinzu: “Dass die Preiserhöhungen der deutschen Ölkonzerne trotzdem immer wieder zu den deutschen Urlaubszeiten stattfinden, ist ganz offensichtlich Missbrauch.“

dapd

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