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Unicredit

Osteuropa-Experte Ghizzoni soll Unicredit leiten

Rom/Warschau - Die Mailänder Großbank Unicredit hat nach dem erzwungenen Rücktritt von Alessandro Profumo einen neuen Spitzenmann: Federico Ghizzoni.

Wie Unicredit nach einer Verwaltungsratssitzung in Warschau am Donnerstag mitteilte, wird der bisher für das Osteuropageschäft zuständige Federico Ghizzoni neuer Vorstandschef der Bank. Die Wahl wurde von Unicredit-Sprecherin Paola Di Raimondo in Mailand bestätigt. Die Entscheidung für Ghizzoni sei einstimmig gefallen. Unicredit-Verwaltungsratschef Dieter Rampl war nach dem Abgang Profumos Mitte der vergangenen Woche eingesetzt worden, um als Interimschef nach einem Nachfolger zu suchen. Wie es hieß, strebte er dabei eine bankinterne Lösung an.

Bei der Wahl des 54-jährigen Norditalieners aus Piacenza zum neuen Vorstandchef könnte dessen langjährige Erfahrung mit den für Unicredit überaus wichtigen Geschäften in osteuropäischen Ländern ausschlaggebend gewesen sein. In den vergangenen Tagen war immer wieder von einem rein italienischen Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Ghizzoni und dem als Vize-Chef für das Privatkundengeschäft verantwortlichen Roberto Nicastro die Rede. Zu der italienischen Großbank gehört auch die deutsche HypoVereinsbank, deren Chef Rampl bis zum Jahr 2005 war.

Die Mailänder Großbank stand unter dem Druck, sofort zu handeln: Die italienische Zentralbank hatte nach dem Rücktritt von Profumo eine schnelle Lösung an der Spitze der Großbank angemahnt. Sie müsse in Einklang mit den Vorschriften stehen, hielt die Zentralbank fest. Angesichts des Wechsels an der Unicredit-Bankspitze hatte die Banca d'Italia auch die Protokolle der Verwaltungsratssitzung vom 22. September angefordert und will Einzelheiten der Übergabe wissen. Sie verlangt Aufklärung auch über die Details der Abfindung für Profumo, der nach Medienberichten bis zu 40 Millionen Euro erhalten soll.

dpa

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