Otto Group mit Rekordumsatz - Deutschland-Geschäft stagniert

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Hamburg (dpa) - Die Handels- und Dienstleistungsgruppe Otto hat im Geschäftsjahr 2007/08 ihren Umsatz um 2,5 Prozent auf den Rekordwert von 11,53 Milliarden Euro gesteigert.

Diese vorläufigen, um den Verkauf der Actebis-Gruppe bereinigten Zahlen teilte die weltweit führende Versandhandelsgruppe am Montag in Hamburg mit. Wachstumstreiber war in dem Geschäftsjahr (29. Februar) erneut der Online-Handel mit einem Sprung um 26 Prozent auf 5,09 Milliarden Euro.

Auch in Deutschland war die Otto Group in diesem Segment mit einem Zuwachs um rund ein Viertel auf 3,51 Milliarden Euro erfolgreich, der gesamte Inlandsumsatz stagnierte aber bei 5,38 Milliarden Euro.

Ein Grund dafür sind dem Unternehmen zufolge die Rabattschlachten im deutschen Einzelhandel, die auch seine Versender zu spüren bekamen. Der OTTO-Versand verzeichnete einen Rückgang von 5,6 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro, die Baur-Gruppe ein Minus von 6,6 Prozent auf 526 Millionen Euro.

Bei Schwab blieben die Erlöse um 0,8 Prozent unter dem Vorjahreswert (1,03 Mrd). Bei Bonprix stagnierten die Erlöse bei 857 Millionen Euro. In der Heine-Gruppe wurde ein Rückgang von 5,4 Prozent auf 886 Millionen Euro verzeichnet. Insgesamt blieb das Einzelhandelsgeschäft der Gruppe nahezu unverändert, wechselkursbereinigt ging es um 1,0 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro zurück.

"Mit einem geschärften Profil für bessere Ideen, umfassende Dienstleistungen und internationale Expansion" fühle sich die Gruppe bestens gerüstet, sagte Vorstandschef Hans-Otto Schrader. Er sieht im laufenden Geschäftsjahr gute Chancen für ein Umsatzwachstum auf Vorjahreshöhe und eine überproportionale Ertragsentwicklung. Wegen der Euro-Stärke spiegelten die Zahlen 2007/08 die operative Entwicklung der Gruppe nur bedingt wieder. Beim Ergebnis wird ein schwächerer Wert als im Vorjahr erwartet.

Die Internationalisierung mit einem Umsatzanteil von 53,3 Prozent ermögliche es der Gruppe, regionale Schwankungen auszugleichen und weltweit Wachstumschancen zu nutzen, hieß es. So legte das Auslandsgeschäft um 5,1 Prozent auf 6,15 Milliarden Euro zu. In Nordamerika stiegen die Erlöse wechselkursbedingt nur um 0,5 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro. Auch in Asien (270 Mio) fiel der Zuwachs wechselkursbedingt auf 1,6 Prozent zurück. Verheißungsvoll lief das Geschäft in Russland mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag (plus 35 Prozent) an.

Die Finanzdienstleister der Gruppe verzeichneten einen Sprung um 18,6 Prozent auf 1,68 Milliarden Euro. Auch die Dienstleistungen (Hermes, Parcelnet, OFT) hielten Schritt und legten um 19,8 Prozent auf 713 Millionen Euro Außenumsatz zu. Die neue Einkaufsgesellschaft OTTO International mit einem Milliardenvolumen soll von Hongkong aus Handelskunden in aller Welt bedienen. Die Otto Group beschäftigt weltweit 51 400 Mitarbeiter.

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