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Der frühere Risikomanager der BayernLB, Gerhard Gribkowsky.

Wiesheu: "Habe Gribkowsky nicht für Pfeife gehalten“

München - Eigentlich sollten die Auftritte prominenter Zeugen im Korruptionsprozess gegen Ex-Landesbankvorstand Gerhard Gribkowsky beendet sein. Doch auf Antrag der Verteidigung musste erneut ein Ex-Minister in den Zeugenstand.

Bayerns Ex-Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) sollte erklären, warum Gribkowksy den Job bei der Landesbank überhaupt bekommen hatte. Seit sieben Monaten versucht das Landgericht München zu klären, wofür Gribkowsky beim Verkauf der Formel-1-Anteile der Landesbank rund 44 Millionen Dollar vom Chef der Rennserie, Bernie Ecclestone bekommen hat. Die Staatsanwaltschaft vermutet Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung.

Wiesheu ist überpünktlich, lässt die Fotografen im Gerichtssaal ihre Bilder machen, schaut routiniert gelangweilt. Er habe als Wirtschaftsminister oft mit sanierungsbedürftigen Unternehmen zu tun gehabt, sagt er – und meint diesmal nicht die BayernLB. Er habe dann stets mit Bankenvertretern verhandeln müssen, darunter auch Gerhard Gribkowsky – der damals noch für die Deutsche Bank arbeitete. „Ich habe Herrn Gribkowsky als zähen und harten Verhandler erlebt“, sagt Wiesheu. Am Rande eines Treffens habe Gribkowsky ihm erzählt, dass er sich einen Wechsel zur BayernLB vorstellen könnte. Wiesheu, damals als Wirtschaftsminister auch automatisch Verwaltungsrat der Bank, sprach daraufhin den damaligen Chef der BayernLB, Werner Schmidt, an. „Ich habe gesagt, er soll sich den mal anschauen“, sagt Wiesheu. Für ihn sei der Fall damit erledigt gewesen: „War nicht mein Bier“, brummt der Ex-Minister.

Erst ein halbes Jahr später sei Gribkowsky dann in einer Verwaltungsratssitzung „wieder aufgetaucht“. Das könne ihn ja nicht überrascht haben, merkt der Richter an, schließlich müsse er Gribkowskys Berufung zum Vorstand im Verwaltungsrat abgesegnet haben. „War wohl eine Routineentscheidung“, erklärt Wiesheu. Damit will sich die Verteidigung nicht zufriedengeben. Ob er Gribkowsky denn für geeignet gehalten habe, will Anwalt Daniel Amelung wissen. „Mir war aufgefallen, dass er die Interessen seiner Bank sehr wohl zu schützen wusste“, antwortet Wiesheu verklausuliert und schiebt dann nach: „Wenn ich Herrn Gribkowsky für eine Pfeife gehalten hätte, hätte ich den Kontakt nicht hergestellt.“

Noch ist unklar, ob Wiesheu der letzte prominente Zeuge war. Das Gericht hat noch nicht entschieden, ob Ex-Formel-1-Manager Flavio Briatore oder noch einmal Bernie Ecclestone aussagen müssen. Nur eine mögliche Zeugin hat gestern schon endgültig abgesagt: Ecclestones Ex-Frau Slavica. Sie ließ mitteilen, sie habe nichts zu sagen und betrachte die Sache als erledigt. So einfach kann es sich Gribkowsky nicht machen. Ein Urteil wird allerdings erst im Juli erwartet.

Philipp Vetter

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