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"O'zapft is" in Belgien? Angeblich wird Spaten-Löwenbräu verkauft

- München - Oberbürgermeister Christian Ude sollte Flämisch üben. Wenn er am Samstag im Schottenhamel-Zelt auf der Wiesn das erste Fass Oktoberfest-Bier anzapft, könnte zum üblichen "O'zapft is" auch ein belgischer Gruß angemessen sein. Denn die Spaten-Maß, die er einschenkt, gehört dann vielleicht schon zum belgischen Bier-Giganten Interbrew. Der steht nach Informationen des Branchen-Magazins "Inside" vor einer Übernahme der Münchner Spaten-Löwenbräu-Gruppe.

<P>"Lasst uns raten, wer kauft Spaten: Interbrew ist der Top-Kandidat", reimt sich "Inside" zusammen. Die Branchen-Gazette will von exklusiven Verhandlungen zwischen Spaten-Löwenbräu und Interbrew erfahren haben. Und die seien "auf der Zielgeraden". Zum Wiesn-Auftakt "dürften möglicherweise nur noch Detailfragen zu klären sein".</P><P>Bei Spaten-Löwenbräu ließ man das Gerücht gären. Chef Jobst Kayser-Eichberg war für Anfragen nicht erreichbar. Vor dem Oktoberfest würde es wohl sauer aufstoßen, wenn herauskäme, dass sich ein belgischer Konzern im Löwenpelz auf der Wiesn einschleicht. Der Spaten-Boss hatte sich allerdings zuvor verdächtig gemacht. "Solange man aus eigenem Vermögen vorankommt, sollte man das tun", sagte er bei der Bilanzpressekonferenz Ende April. Aber wie lange das so bleibt, das "ist die Frage". "Es wäre töricht zu glauben, dass man auf dem schwierigen deutschen Markt auf Dauer völlig allein sein kann." Kayser-Eichberg betonte schon damals die besseren Absatzmöglichkeiten im Ausland, die ein internationaler Biergigant schaffen würde. "Da hätten wir mit unseren Marken ein ganz anderes Pfund." Die Interbrew-Gruppe ihrerseits will ihre Marktmacht in Deutschland ausbauen. Da würde ihr die zweitgrößte Münchner Brauerei bestens schmecken.</P><P>Bei der Münchner Nummer eins, der Bayerischen Brau Holding mit Paulaner, hat sich die niederländische Heineken eingekauft. Es würde passen, wenn Interbrew bei Spaten nachzieht - zumal das belgische Unternehmen zwar der größte Brauer Deutschlands ist, aber im Süden der Republik nicht Fuß fassen konnte. Mit Beck's, Diebels und Gilde zählen ausschließlich Nordlichter zum Interbrew-Imperium. Spaten-Löwenbräu mit Franziskaner Weißbier sowie Dinkelacker- und Schwabenbräu in Baden-Württemberg würde die Deutschland-Karte des Konzerns bestens ergänzen.</P><P>Auch den Gesellschaftern von Spaten-Löwenbräu könnte ein Einstieg von Interbrew passen. Er würde wohl etliche Millionen in ihre Kassen laufen lassen. Das wäre eine besondere Freude für den ehemaligen Papierunternehmer Clemens Haindl, der zu Jahresbeginn der HypoVereinsbank ihren Anteil an der Brauerei abgekauft hatte. Die HVB hätte dann wohl ein schlechtes Geschäft gemacht.<BR></P>

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