Paion wagt sich als erstes an die Börse

- Frankfurt - Mit einem aus Fledermaus-Speichel entwickelten Medikament gegen Schlaganfall will das Aachener Biotechnologie-Unternehmen Paion an der Börse Erfolge feiern. Die Zeichnungsfrist für den ersten klassischen Börsengang in diesem Jahr läuft von heute an bis zum 7. Februar, die Preisspanne für die fünf Millionen Stammaktien liegt zwischen 11 und 14 Euro je Aktie. Am 10. Februar soll das Papier voraussichtlich erstmals an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden. Mit dem Börsengang will Paion bis zu 70 Millionen Euro einnehmen.

Paion hat gentechnologisch den Wirkstoff Desmoteplase entwickelt, der auf einem Protein im Speichel der Vampirfledermaus Desmodus rotundus basiert. Damit könnten Schlaganfall-Patienten noch neun Stunden nach dem Vorfall behandelt werden, erläuterte Paion-Vorstandschef Wolfgang Söhngen, der das Unternehmen 2000 zusammen mit seiner Frau Mariola gegründet hat. Im Logo findet sich die Fledermaus wieder. "Derzeit gibt es kein vergleichbares Produkt. " Für Desmoteplase soll 2007 der Zulassungsantrag gestellt werden. Partner ist der US-Pharmakonzern Forest Lab. Zusätzlich werden weitere Medikamente zur Behandlung von Schlaganfall und verwandten Erkrankungen entwickelt. "Wir stehen bereits auf mehreren Beinen", sagte Söhngen. "Wir wollen als erste Firma ein integriertes Schlaganfall-Portfolio anbieten."

Paion (55 Mitarbeiter) erzielte mit 16,6 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen 2004 erstmals nennenswerte Umsätze und zwar aus Zahlungen des US-Partners sowie erstmals auch Gewinn. Der Ertrag lag bei 5,3 Millionen Euro. Mindestens bis zur Einführung von Desmoteplase sei aber künftig wieder mit Verlusten zu rechnen, hieß es.

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