Pakt der US-Flieger United und Continental - Verbund mit Lufthansa

New York/Frankfurt - Neue Allianzen am internationalen Luftfahrthimmel: Die beiden US-Fluggesellschaften United Airlines und Continental haben eine enge Kooperation beschlossen. Continental stößt so auch zum weltgrößten Luftfahrtbündnis Star Alliance mit der Deutschen Lufthansa. Passagiere der beteiligten Anbieter haben dadurch mehr Auswahl bei Flügen und beim Umsteigen.

Die nach Kundenzahlen zweitgrößte US-Gesellschaft United und die Nummer vier Continental wollen ihre Streckennetze in den USA und weltweit miteinander verknüpfen, teilten sie am Donnerstag in Chicago mit. Beide hatten zuvor über eine volle Fusion verhandelt, diese aber als zu kompliziert verworfen. Die Kooperation solle nun auch ohne rechtlichen Zusammenschluss ähnliche Synergien bringen, dafür aber finanzielle Risiken und Widerstand bei den Gewerkschaften umgehen.

Die Lufthansa begrüßte die Vereinbarung. "Wir können unseren Kunden nun mit Houston und Newark zwei weitere wichtige Drehkreuze mit attraktiven Umsteigemöglichkeiten für die USA und Lateinamerika anbieten", sagte Lufthansa-Sprecher Boris Ogursky in Frankfurt. Continental fliege fast 30 Ziele in Europa an, die künftig auch von Lufthansa-Kunden genutzt werden könnten. Zudem sei die Vertriebspräsenz von Continental in den USA sei für die Lufthansa interessant.

Erst Mitte April hatten die Nummer drei Delta Air Lines und der fünftgrößte Anbieter Northwest ihre Fusion verkündet. Gemeinsam wären sie nach Passagieren weltweiter Branchenführer. Der Zusammenschluss muss wie die nun geplante Kooperation zwischen United und Continental noch von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden.

United ist bereits Partner der Lufthansa im Bündnis Star Alliance mit derzeit 23 Mitgliedern. Continental gehört bisher zum konkurrierenden Skyteam mit der französisch-niederländischen Air France-KLM. Durch die geplante Kooperation können Passagiere etwa bei einem Anbieter die Flüge aller beteiligten Gesellschaften buchen, überall Bonusmeilen sammeln und diese auch bei jeder der Airlines einlösen.

Den meisten traditionellen US-Fluggesellschaften geht es wegen der hohen Öl- und Spritpreise sowie der lahmenden US-Konjunktur sehr schlecht. In den vergangenen Jahren brachten sie gerade erst Insolvenzverfahren hinter sich. Nun fliegen sie bereits wieder in den roten Zahlen.

Zuletzt verkündeten fast alle US-Fluggesellschaften massive Einschnitte in ihrem Streckenplan und die Streichung Tausender Stellen. Weil auf dem Heimatmarkt in den denUSA der Wettbewerb ruinös ist, suchen viele ihr Heil auf internationalen Strecken zum Beispiel über den Atlantik. Hier machen sie europäischen Anbietern wie der Lufthansa scharfe Konkurrenz.

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