Panikmacher und Geldschneider: Die Gefahren aus der E-Mail

- "Knochenmarkspender gesucht", "Bill Gates verschenkt Geld" oder "Virenwarnung" _ wer einen E-Mail-Zugang hat, kann so genannten Hoax-Mails oder ihren gefährlicheren Verwandten, den Phishing- oder Scam-Mails, nur schwer entkommen. Hoaxes sind Falschmeldungen, während es die Urheber von Phishing- und Scam-Mails auf das Geld argloser Nutzer abgesehen haben.

Hoaxes

"Geld und Gefahr sind beliebte Motive bei solchen Mails", sagt Frank Ziemann, Betreiber der Seite www.hoax-info.de. Viele Hoax-Mails warnen vor einer angeblichen Virengefahr. Zum Beispiel wird vor einem Bildschirmschoner gewarnt, der einst von einem großen US-amerikanischen Bierbrauer als Werbegeschenk angeboten wurde und angeblich einen Virus enthalten soll. "Diese Warnung kursiert seit 1996. Sie ist ein klassischer Viren-Hoax, also eine absichtliche Falschmeldung", sagt Ziemann.

Oft beziehen sich die Mails auf Autoritäten wie zum Beispiel große Firmen oder Organisationen. Charakteristisch ist auch, dass der Leser aufgefordert wird, die Mail an möglichst viele Adressaten weiterzuleiten. Damit wird die sinnlose Mail verbreitet. Schlimmer noch: In manchen Hoax-Mails werden die Benutzer aufgefordert, bestimmte Dateien von ihrer Festplatte zu löschen. Das sind aber keine Viren, sondern beispielsweise Bestandteile des Betriebssystems. Werden sie gelöscht, geht schlimmstenfalls gar nichts mehr. "Regelmäßig das Virenschutzprogramm auf dem Rechner aktualisieren", rät Ziemann. Außerdem sollte man Links in dubiosen Mails nicht anklicken und Anhänge vor dem Öffnen mit Antiviren-Software prüfen.

Scam

Oft sind dubiose Mails mit dem Versprechen verknüpft, dass der Empfänger _ teils hohe _ Geldsummen erhalten könne. Mitunter soll er als Geldbote aktiv werden oder habe ein Erbe erhalten. Zunächst soll er aber eine bestimmte Geldsumme vorschießen. Dies läuft unter der Kategorie Betrugsversuch und hat im Internet den Namen Scam.

Phishing

"Heute ist Phishing ein ganz großes Problem", erklärt Jörg Kramer, Informatiker im Rechenzentrum der Universität Karlsruhe. Dies sind meist Mails, die angeblich von einer Bank kommen. "Üblicherweise werden die Leute aufgefordert, ihre Geheimzahlen irgendwo einzugeben." Und dann räumen Betrüger ab. Kramer empfiehlt, beim Online-Banking generell darauf zu achten, dass man sich wirklich auf der Seite der Bank befindet. Am Anfang der Adresszeile im Browser solle außerdem "https" stehen und nicht "http". Das bedeutet, dass die Webseite verschlüsselt ist.

Nicht nur Banken werden als angeblicher Absender angegeben, auch das Online-Auktionshaus Ebay muss als Aufhänger für Phishing-Mails herhalten, sagt der Datensicherheitsexperte Howard Fuhs aus Wiesbaden. "Diese Mails sind teilweise so gut aufgesetzt, dass man nur an der Höhe des eingesetzten Betrages erkennen kann, dass da etwas nicht stimmt." Wenn also Ebay angeblich per Mail droht, den Zugang des Mailempfängers wegen horrender Schulden stillzulegen, dann solle der Benutzer sich im Zweifel erst mal bei Ebay einloggen und nachsehen, ob das überhaupt stimmt.

Auch wenn der Absender einer Mail bekannt oder vertrauenswürdig ist, heißt das nicht, dass der Inhalt wirklich von ihm stammt und sicher ist. Absenderadressen können wie viele andere Identitäten im Internet gefälscht werden, erläutert der Informatiker Klaus Brunnstein aus Hamburg.

Informationen über Hoaxes, Scams und Online-Mythen gibt es auch auf der Homepage des Kielers Stephan Ehlert, www.hoaxbusters.de.

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