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Verbraucherministerin Aigner: “Wenn Kunden jetzt gezwungen sind, am Bankschalter Bargeld zu holen, dürfen dafür keine Gebühren berechnet werden.“

Panne bei EC-Karten: Banken sollen Kunden Kosten erstatten

Berlin - Millionen Deutsche haben wegen einer Chip-Panne Ärger mit ihren EC- und Kreditkarten. Verbraucherministerin Aigner fordert nun von den Banken, den Kunden die entstandenen Kosten zu erstatten.

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat den Geldinstituten im Zusammenhang mit der Chip-Panne bei Millionen von EC- und Kreditkarten mangelnde Sorgfalt vorgeworfen und forderte sie auf, den Kunden entstandene Kosten zu erstatten. Dem “Tagesspiegel“ zufolge sagte Aigner: “Die Verantwortlichen müssen mehr Sorgfalt an den Tag legen, um die Sicherheit und Funktionsfähigkeit von Bank- und Kreditkarten zu gewährleisten“.

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Banken trügen Verantwortung dafür, dass von ihnen ausgegebene Zahlungsmittel funktionierten. Kunden undHandel seien darauf angewiesen, dass der elektronische Zahlungsverkehr sicher und reibungslos läuft. Die Ministerin appellierte an die betroffenen Kreditinstitute, “unverzüglich dafür zu sorgen, dass Kredit- und Bankkarten wieder einwandfrei funktionieren oder ausgetauscht werden“. Schließlich zahlten die Verbraucher für diesen Service.

Aigner weiter: “Wenn Kunden jetzt gezwungen sind, am Bankschalter Bargeld zu holen, dürfen dafür keine Gebühren berechnet werden“, verlangte Aigner. Auch das Ministerium von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) appellierte dem Blatt zufolge an die Banken, die Probleme “schnellstmöglich zu beheben“. Der bargeldlose Zahlungsverkehr sei ein außerordentlich wichtiges und heutzutage völlig unverzichtbares Instrument des modernen Wirtschaftslebens.

Offenbar auch Diskussion über Austausch

Die Panne könnte nach Informationen des “Handelblatts“ für Institute auch finanziell zur Belastung werden. Mehrere Beteiligte von Zahlungsverkehrsdienstleistern, Branchenverbänden und einzelnen Banken bestätigten dem Blatt zufolge, dass mittlerweile zur Behebung der Panne auch ein Austausch von Karten diskutiert werde. Der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) dementierte entsprechende Überlegungen laut “Handelsblatt“ nicht.

“Es werden momentan die langfristigen Optionen geprüft“, sagte eine Sprecherin demnach. Entscheidungen seien noch nicht gefallen. Erst im November hatte die Branche unter hohen Kosten Hunderttausende von Kreditkarten ausgetauscht, nachdem es zu Spekulationen über ein Sicherheitsleck bei einem Abwicklungsunternehmen in Spanien gekommen war.

Hersteller schuld an Kreditkartenpanne

Die Probleme mit Millionen von Kredit- und Girokarten gehen dem “Kölner Stadtanzeiger“ zufolge auf das Konto eines französischen Herstellers. Eine Produktionslinie des Unternehmens Gemalto sei die Ursache für den Ausfall der Karten, berichtete die Zeitung unter Verweis auf Branchenkreise. Das Unternehmen habe dazu keinen Kommentar abgegeben und lediglich mitgeteilt, man suche “fieberhaft nach dem Problem“.

Dem Blatt zufolge sind die Karten der beiden großen Hersteller Sagem Orga und Giesecke-Devrient nicht von dem Problem betroffen, das hätten Unternehmenssprecher mitgeteilt. Für Bankkunden sei aber nicht erkennbar, wer die Zahlungskarten hergestellt habe. Nach Angaben des Sparkassen- und Giroverbands war es bei rund 20 Millionen der rund 45 Millionen ausgegebenen Girokarten sowie bei 3,5 von 8 Millionen Kreditkarten seit Neujahr zu Einschränkungen im Zahlungsverkehr gekommen.

Grund sei eine fehlerhafte Software, die das Datum ab dem Jahr 2010 nicht richtig verarbeiten könne. Die Geldautomaten der Sparkassen seien bereits umgestellt worden, bis Montag soll demnach auch das Bezahlen in Geschäften wieder reibungslos funktionieren.

Bundesbank rügt Kommunikation der Institute

Die Deutsche Bundesbank hat der Kreditwirtschaft Versäumnisse im Umgang mit Schwierigkeiten bei EC- und Kreditkarten vorgeworfen. Die Branche müsse ihre Informationspolitik verbessern, sagte das für den Zahlungsverkehr zuständige Vorstandsmitglied der Zentralbank, Hans Georg Fabritius, dem “Handelsblatt“ (Donnerstag). Nun sei eine sorgfältige Fehleranalyse nötig, um die vollständige Funktionstüchtigkeit der Karten wieder herzustellen. “Zudem sind Maßnahmen zu ergreifen, die sicherstellen, dass ein Problem dieser Größenordnung künftig nicht mehr auftreten kann.“

AP/dpa

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