Parmalat von Venezuela bis Rom: Gegen 25 Manager wird ermittelt

- Rom - Die Ermittlungen im Bilanzskandal um den insolventen italienischen Lebensmittelkonzern Parmalat ziehen immer weitere Kreise. Nach einem Bericht des italienischen Fernsehens durchsuchte die Polizei den Mailänder Sitz der Bank of America. Die luxemburgische Justiz habe wegen des Verdachts der Geldwäsche Ermittlungen gegen das norditalienische Unternehmen eingeleitet. Zudem hatte die Deutsche Bank möglicherweise engere Verbindungen zu dem Milchkonzern als bislang bekannt war.

<P>Massimo Armanini, ein Investmentbanker der Deutschen Bank, habe vor seinem Eintritt in das Geldinstitut zur Parmalat-Führung gehört, schrieb das "Handelsblatt" unter Berufung auf italienische Finanzkreise.</P><P>Mittlerweile ermittle die Staatsanwaltschaft gegen 25 Manager und Bilanz-Prüfer, darunter den ehemaligen Funktionär der Bank of America Luca Sala, der seit vergangenem März für Parmalat tätig war. Seine Wohnung sei ebenfalls durchsucht worden. Auch gegen zwei italienische Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche werde ermittelt. Sie sollen an der Fälschung der Parmalat-Bilanzen mitgewirkt haben.</P><P>Die Bank of America hatte Mitte Dezember die Krise des Parmalat-Konzerns ins Rollen gebracht, als sie mitteilte, dass ein angebliches Vier-Milliarden-Euro-Konto der Parmalat-Tochter Bonlat, die ihren Sitz auf den als Steuerparadies bekannten Cayman Inseln hat, nicht existiere. Die Großbank erklärte damals, ein Parmalat-Dokument vom vergangenen März, in dem diese Barmittel-Summe auftaucht, sei nicht authentisch.</P><P>Unterdessen kehrte einer der Hauptverdächtigen, Giovanni Bonici, aus Venezuela nach Italien zurück und stellte sich den Justizbehörden. Der derzeitige Chef des venezolanischen Zweiges von Parmalat leitete einst die Unternehmenstochter Bonlat auf den Cayman-Inseln.</P><P>Angeblich stand auch der Italien-Chef der Deutschen Bank, Vincenzo De Bustis, in enger Beziehung zur Familie des festgenommenen Parmalat-Gründers Calisto Tanzi. Vertreter des Geldinstituts sollen auf Wunsch der Staatsanwaltschaft von Parma erneut angehört werden, da ein erstes Informationsgespräch vor wenigen Tagen "nicht zufrieden stellend" gewesen sei. Der Chef der für Finanzvergehen zuständigen Abteilung bei der Staatsanwaltschaft in Luxemburg, Carlos Zeyen, erklärte, man sei auf verdächtige Informationen gestoßen. Mehrere Banken hätten von ungewöhnlichen Transaktionen, die mit Parmalat in Zusammenhang stehen, berichtet.<BR></P>

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