474 Passagiere testen A380 im Flug

- Toulouse - Bisher haben nur Techniker - verloren im riesigen Rumpf - als Passagiere den Riesen-Airbus im Flug erleben dürfen. Gestern hat ein vollausgerüsteter A380 erstmals 474 Passagiere mitgenommen. Die meisten waren Gewinner eines Glücksspiels. An der Auslosung teilnehmen durften nur die 15 000 Mitarbeiter von Airbus.

Die Gewinner sind auch ein bisschen Versuchskaninchen. Funktionieren die Toiletten? Leistet die Klimaanlage, was sich ihre Entwickler versprachen? Dämpft die Wandverkleidung die unvermeidlichen Vibrationen ausreichend? Sind die Sitze bequem genug für lange Flüge? Bequemer als viele spätere Passagiere hatten es die Erst-Mitflieger ohnehin. 474 Sitze lassen auch für hochgewachsene Passagiere viel Platz. Standard sollen 555 Sitze sein. Doch die Ausstatter der Fluggesellschaften bringen erfahrungsgemäß noch weit mehr Passagiere unter. 30 Stewardessen und Stewards umsorgten beim Testflug die Fluggäste.

Unter den Passagieren waren auch über 20 Kabinenexperten von Airbus und von Kabinenausstattern, die unter anderem auch die Bordküchen auf Herz und Nieren prüfen sollten. Um 9.58 Uhr ist der A 380 in Toulouse Blagnac gestartet. Beim Flug konnte schon ein erstes Langstreckenge-fühl aufkommen. Sieben Stunden Flugzeit entsprechen einem Flug von Europa in den Mittleren Osten. In den nächsten Tagen soll das Flugzeug näher an seine Reichweitengrenzen gebracht werden.

Flüge von zehn, zwölf und 15 Stunden Dauer stehen auf dem Testprogramm, darunter auch ein Nachtflug. Allerdings bleibt das Flugzeug dabei in Europa. Auf Spanien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland ist zunächst der Aktionsradius begrenzt -die Länder, die am Airbus-Programm beteiligt sind. Erst die wirklich langen Flüge führen auch nach Norwegen und zu den Kanarischen Inseln. Kapitän des Erstfluges mit Passagieren war Test- Pilot Frank Chapman, der Airbus Chef-Testpilot Jacques Rosay nahm auf dem Kopilotensitz Platz.

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