Europäisches Patentamt: Aus keiner anderen europäischen Region gab es im vergangenen Jahr mehr Patentanmeldungen als aus Bayern.
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Europäisches Patentamt: Aus keiner anderen europäischen Region gab es im vergangenen Jahr mehr Patentanmeldungen als aus Bayern.

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Die besten Erfinder sitzen im Freistaat – China holt bei Patenten rasant auf 

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Trotz Rückgängen in der Corona-Krise hat Deutschland seinen weltweit zweiten Platz bei Patentanmeldungen am Europäischen Patentamt verteidigt.

München – Bayern ist die erfindungsreichste Region in der EU. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Europäischen Patentamts hervor. Danach haben Unternehmer und Tüftler aus dem Freistaat im vergangenen Jahr 7204 Patente angemeldet, auf Platz 2 folgt die Region Île-de-France rund um Paris mit 6507 sowie Baden-Württemberg mit 5421 Anmeldungen.

Auch auf Städte-Ebene geht der erste Platz nach Bayern. München liegt hier mit 3633 Anmeldungen weit vor Stuttgart (1379) und Ludwigshafen (1115). „Der Hauptgrund für das starke Abschneiden von München ist, dass die Region mit einer Vielzahl innovativer Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Start-ups, Patentbehörden und Patentanwaltskanzleien heute eines der führenden Zentren für Innovation in Europa ist, vergleichbar mit Paris und London“, sagte EPA-Chefvolkswirt Yann Ménière.

Bei den Unternehmen verlor der Münchner Siemens-Konzern zwar den ersten Platz in Europa mit 1634 Anmeldungen knapp an die schwedische Ericsson. Allerdings liegt dies vor allem daran, dass die  584 Patentanmeldungen der abgespaltenen Siemens Energy nun separat gezählt werden. Weltweit reicht das für Platz sechs, im deutschen Ranking aber weiter für Platz eins vor Bosch.

Weltweit machte sich die Corona-Krise vergangenes Jahr in den Patentanmeldungen am EPA bemerkbar. 180.250 Anmeldungen insgesamt bedeuten einen leichten Rückgang - den ersten seit Jahren. Deutschland verteidigte mit 25.954 Anmeldungen seinen zweiten Platz hinter den USA, die mit 44.293 unangefochtener Spitzenreiter bleiben. Dahinter folgen Japan und China.

„Insgesamt ist der Patentbereich Krisen gegenüber sehr stabil, weil Unternehmen auch in einer Krise langfristig in Forschung und Entwicklung investieren“, sagt Ménière. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern. Während das Patentaufkommen aus den USA, Deutschland und Japan sank, legte China fast zehn Prozent zu. (dpa)

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