Pauschaltarife fürs Mobiltelefon: Nicht für jeden eine günstige Wahl

- "Gespräche rund um die Uhr, ohne auf den Preis achten zu müssen", das versprechen immer mehr Mobilfunkanbieter mit ihren Handy-Flatrates. Doch, wo Flatrate draufsteht, ist meist gar keine drin. Die Pauschaltarife gelten entweder für Anrufe ins eigene Netz und/oder ins Festnetz. Telefonate in fremde Handy-Netze werden zusätzlich berechnet, ebenso wie Roaming-Gebühren im Ausland und häufig auch das Versenden von Kurznachrichten.

"Die Handy-Kosten hat man mit einer Flatrate noch lange nicht im Griff", sagt Brigitte Sievering-Wiechers, Telekommunikations-Expertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Wie immer bei Handy-Tarifen gilt es, die Angebote genau zu vergleichen und Kostenfallen zu vermeiden. Am gefährlichsten sind die Gebühren für Anrufe in Fremdnetze: Eine 0171- Nummer muss nicht unbedingt zu T-Mobile gehören.

Seit Handy-Nutzer das Recht haben, ihre Mobilnummer zu einem neuen Anbieter mitzunehmen, ist alles wild durcheinandergewürfelt. Es lohnt sich deshalb, herauszufinden in welchem Netz die meisten Freunde oder Kollegen telefonieren, damit die größtmögliche Anzahl von Gesprächen mit der Flatrate-Pauschale abgedeckt ist.

Lange Vertragsdauer wenig vorteilhaft

Alternativ kann man auch beim eigenen Netzbetreiber anrufen und herausfinden, zu welchem Netz eine bestimmte Nummer gehört (T-Mobile-Kurzwahl: 4387, Vodafone-Kurzwahl: 12313, E-Plus-Kurzwahl: 10667, O2: kostenlose SMS mit dem Inhalt "Netz Rufnummer" an Kurzwahl 4636). Denn wer gewollt oder ungewollt in fremde Netze telefoniert, zahlt bei T-Mobile und Vodafone 29 Cent pro Minute, bei E-Plus 25 Cent und bei O2 immerhin noch 19 Cent.

Je nachdem, wie lange das Gespräch dauert, fallen so saftige Gebühren an - die zu dem nicht gerade günstigen Basispreis hinzukommen. Rund 45 Euro verlangen Vodafone und T-Mobile als monatlichen Basispreis inklusive Handy, die Flatrates von O2 und E-Plus sind mit monatlich 35 Euro und 30 Euro etwas günstiger.

Wer sich nicht auf ein bestimmtes Netz festlegen will, kann stattdessen ein Flatrate-ähnliches Minutenpaket buchen. Doch Vorsicht: Wird länger als vereinbart telefoniert, zahlt man für jede Minute drauf. Das umfassendste Minutenangebot macht derzeit Debitel mit der "Fair-Flat", darin sind 3000 Gesprächsminuten in alle deutschen Netze enthalten.

Dafür nimmt Debitel auch einen stolzen Preis: 79 Euro ohne Handy und 94 Euro mit Handy kostet das monatliche Dauertelefonieren. Mit Gerät beträgt die Vertragszeit 24 statt zwölf Monate, die Kunden geben also allein 360 Euro für das Handy aus. Für diesen Preis kann man locker selbst ein neues Handy kaufen, ohne sich einen Zwei-Jahres-Vertrag ans Bein zu binden.

Die lange Vertragsdauer ist das größte Problem bei Flatrates und Minutenpaketen. Denn bezahlt werden muss immer - egal, ob die Kunden telefonieren oder nicht. "Der Mobilfunkmarkt ist in ständiger Bewegung, die Preise fallen. Man sollte gut überlegen, ob man sich derzeit wirklich langfristig vertraglich binden will", sagt Verbraucherschützerin Sievering-Wiechers.

Flexibel bleiben Handy-Kunden mit den Prepaid-Karten der Discounter. Bei Anbietern wie Callmobile und Aldi kosten Gespräche in alle Handy-Netze 14 Cent pro Minute, eine vertragliche Mindestlaufzeit gibt es nicht. Dieses Mehr an Freiheit bezahlen die Kunden mit einem Weniger an Service. Subventionierte Handys haben die Discounter nicht im Angebot.

Die günstigsten Tarife für Handy-Prepaid-Karten finden Sie unter:

> www.merkur.de/rechner

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