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Pause im Preiskrieg: Sprit deutlich teurer

- München - Auf den Zeitungskästen prangte die Schlagzeile von einem "Preiskampf der Spritgiganten". Doch manche Autofahrer trauten ihren Augen kaum, als sie gestern früh endlich wieder einmal günstig tanken wollten: Über Nacht waren die Preise für Benzin, Super und Diesel um rund zehn Cent nach oben geschnellt.

Noch am Mittwochabend war an manchen Orten Diesel unter einem Euro zu haben gewesen, wenige Stunden darauf lag der Preis teils wieder über 1,10 Euro. Experten sehen einen Zusammenhang:

Auf der einen Seite gibt es den Preiskampf zwischen den Giganten Shell und Aral. Nach den gewaltigen Preis-Zuwächsen der letzten Monate ringen beide um Marktanteile, das hat die Preise rapide abbröckeln lassen. Senkte eine Tankstelle die Preise, zog die nächste nach.

Doch nur in den Ballungsräumen ging es immer weiter nach unten. "Die Benzinpreise waren wegen des Marktkampfs in den vergangenen Tagen nach unten geschnellt", bestätigte ein Sprecher des Autoclubs AvD. Heino Elfert, Herausgeber des Energie-Informationsdienstes bestätigt dies, sieht allerdings nur ein regionales Phänomen und in den jüngsten Anstiegen eine Reaktion darauf. Überall dort, wo ein Preiskrieg war, haben sich "Trichter gebildet", also Preise, die deutlich unter denen in anderen Regionen lagen. Diese Trichter, so Elfert, versuchen die Gesellschaften "jetzt wieder zuzuschütten".

Die Mutterkonzerne der notleidenden Tankstellenketten können es sich leisten. Sie sitzen auf gigantischen Finanzpolstern. Die Töchter für Förderung und Zwischenhandel, die an den hohen Ölpreisen verdienen, sorgen für Gewinnrekorde: Shell konnte seinen Überschuss im dritten Quartal dieses Jahres um 68 Prozent auf 7,37 Milliarden Euro steigern - obwohl die Produktion von 3,61 auf 3,2 Millionen Barrel am Tag gesunken war. Der weltgrößte Ölkonzern Exxon Mobil steigerte seinen Gewinn im dritten Quartal sogar um 75 Prozent auf 9,9 Milliarden Dollar.

Dagegen sind die Kosten der Konzerne aus den Folgen der Hurrikane verschwindend gering. Shell beziffert sie auf insgesamt 350 Millionen Dollar.

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