Pausenfrust an der Autobahn: 30% der Gasthöfe laut ADAC mangelhaft

- Die Urlaubsreisewelle steht kurz bevor: Stau, Hitze, quengelnde Kinder und dazu Pausen auf überfüllten Autobahnraststätten. "Diesen Sommer werden sich so viele deutsche Urlauber auf unseren Autobahnen stauen wie nie zuvor", sagte Max Stich, ADAC-Vizepräsident für Tourismus, bei der Vorstellung des Raststättentests 2003 in München. Was von den Gasthäusern am Weg zu erwarten ist, was verbessert werden müsste, untersuchte der ADAC in den Osterferien.

<P>Der Allgemeine Deutsche Automobilclub testete 65 Raststätten in Österreich, der Schweiz, Deutschland (25 Raststätten, 15 Autohöfe), Frankreich und Italien. Kein einziges Mal haben die Tester die Note sehr gut vergeben, gleich sechs Mal aber die Bewertung sehr mangelhaft und 13 Mal mangelhaft. Somit haben 19 von 65 der Betriebe den diesjährigen Test nicht bestanden. <BR><BR>Anhand einer umfangreichen Checkliste testeten Experten im Auftrag des ADAC Verkehrssicherheit, den Zustand der Außenanlage und der Innenräume, Gastronomie, Einkaufsmöglichkeiten, Service, Kommunikation und Informationsangebot, Umweltschutz, Hygiene sowie Preise. <BR><BR>Bei der Verkehrssicherheit sind mehr als die Hälfte der Raststätten durchgefallen. <BR><BR>Besonderen Wert legten die Tester auf die Familienfreundlichkeit. Dabei gingen sie von einer vierköpfigen Familie mit einem Kleinkind aus. 80 Prozent der Anlagen seien laut dem Club zum Erholen ungeeignet. "Zur Familienfreundlichkeit gehört wesentlich mehr als ein Kinderspielplatz", betonte Stich. In den Läden finde man zwar jede Menge Alkoholika, aber oftmals keine Babywindeln. <BR><BR>Aber immerhin, im Ländervergleich tun sich Familien in Deutschland noch am leichtesten, während in Italien alle acht getesteten Anlagen bei der Familienfreundlichkeit ein enttäuschendes "sehr mangelhaft" erhielten. Hier sei die Betreiber-Kette Autogrill gefragt, die 70 Prozent der Anlagen in Italien betreut. Der ADAC stellte auch "ganz erhebliche Preisunterschiede" fest. </P><P>So koste eine Tasse Kaffee in der Raststätte Inntal West 2,90 Euro, in Hasbruch Süd aber nur 1,10 Euro. Für das billigste Sandwich muss der Reisende in Hasbruch 3,80 Euro zahlen, in Trave West und dem Autohof Wikinger Land dagegen nur 1,20 Euro. Dieselben enormen Preisunterschiede zeigten sich bei einer 0,33-Liter-Cola im Laden: Hier reichte die Spanne von 99 Cent im Autohof Jettingen-Scheppach bis zu 2,45 Euro in Inntal West. <BR><BR>Das einzige Land, in dem es im Test keine einzige negative Note für zu hohe Preise gab, war Italien.<BR><BR>In Deutschland habe auch die Konkurrenz neben der Autobahn, die Autohöfe (wir berichteten gestern), erfreulich aufgeholt. Vor einigen Jahren hätten sich die Autohöfe fast ausschließlich an den Bedürfnissen der Fernfahrer orientiert. In diesem Jahr haben drei Viertel der untersuchten Autohöfe den Test bestanden. Stich kritisierte allerdings, dass das Angebot des ADAC einer kostenlosen Betriebsbegehung von 60 Autohöfen abgelehnt wurde: "Das lässt eine gewisse Gleichgültigkeit von Seiten der Betreiber vermuten."</P>

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