HVB peilt für 2005 Milliardengewinn an

- München - Die HypoVereinsbank geht zuversichtlich in die Fusion mit der italienischen UniCredit. 2005 wolle die HVB nach den drastischen Verlusten der vergangenen Jahre ihre Kapitalkosten und damit rund eine Milliarde Euro nach Steuern verdienen, bekräftigte Vorstandschef Dieter Rampl am Montagabend in München. "Ich mache daran keine Abstriche. Das ist unser Plan und dazu stehen wir." Nach dem Zusammenschluss mit UniCredit werde die HVB in der Fläche präsent bleiben und ihr Engagement dort eher noch ausbauen.

Die Übernahme der HVB durch UniCredit soll im Herbst über die Bühne gehen. Bei den Verhandlungen über die Details des Zusammenschlusses, darunter wichtige Personalien, kommen die beiden Banken laut Rampl gut voran. Mit größeren Schwierigkeiten rechnet der Vorstandssprecher nicht mehr. "Die Wahrscheinlichkeit einer feindlichen Gegenofferte ist gering." Bei der Roadshow in den vergangenen Wochen sei die geplante Übernahme der HypoVereinsbank durch UniCredit positiv aufgenommen worden.Die Südtirolerin Christine Licci soll laut Rampl auch nach der Übernahme durch UniCredit das Privatkundengeschäft der HVB in Deutschland führen. Bisher galt die Zukunft Liccis in der Branche als offen. Nun soll sie in jedem Fall für das Privatkundengeschäft in ihrer bisherigen Funktion verantwortlich bleiben. Noch offen ist, wer künftig an der Spitze der HVB AG das Deutschlandgeschäft insgesamt formal verantwortet. Eine Möglichkeit ist nach Einschätzung in der Branche, dass Licci dies in Personalunion mitübernimmt. Es sind aber auch andere Lösungen denkbar.Bei der Besetzung des Firmenkundenvorstands in der Holding gebe es noch Klärungsbedarf, sagte Rampl. Als ein möglicher Kandidat gilt Johann Berger, der im April von der Immobilienbank Hypo Real Estate zur HVB gewechselt war und dort unter anderem für Firmenkunden und Immobilien zuständig ist. Es ist aber noch nicht entschieden, ob der Posten mit einem Italiener oder einem Deutschen besetzt wird.Mit dem aktuellen Geschäftsverlauf bei der HVB zeigte sich Rampl zufrieden. Im ersten Quartal habe sich das Geschäft mit einem operativen Zuwachs von sieben Prozent gut entwickelt. Zum zweiten Quartal wollte er mit Blick auf die anstehende Veröffentlichung der Halbjahreszahlen keine Angaben machen. Mit dem für dieses Jahr geplanten Stellenabbau komme die Bank plangemäß voran. Insgesamt will die HVB mit dem Sparprogramm PRO etwa 2200 Arbeitsplätze innerhalb von drei Jahren streichen. Dazu kommen noch einmal 1800 Stellen, die im Rahmen der Fusion wegfallen. Die Arbeitsplätze sollen ausschließlich im so genannten Backoffice und zum Beispiel im IT-Bereich, nicht aber an den Schaltern gestrichen werden.

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