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Peloton-Kurs steigt - Interesse von Amazon und Nike

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Peloton
Bloß keine frische Luft: Peloton verkauft Fahrrad-Heimtrainer. © Mark Lennihan/AP/dpa

Peloton war mit seinen Trainings-Bikes für zuhause zunächst eine Erfolgsstory in der Corona-Krise. Doch der Boom endete schnell. Jetzt gilt das Unternehmen als Übernahmekandidat.

New York - Der Fitnessgeräte-Spezialist Peloton lockt laut Medienberichten nach Kursverlusten in den vergangenen Monaten große Übernahmeinteressenten an. Dem „Wall Street Journal“ zufolge ist Amazon darunter, die „Financial Times“ schrieb, dass auch Nike ein Angebot prüfe.

Die Peloton-Aktie sprang nach den Berichten im nachbörslichen Handel am Freitag um gut ein Viertel auf 31,10 Dollar hoch. Auch damit war das Papier aber noch weit von seinen einstigen Höchstständen entfernt. Nachdem die teuren Trainings-Bikes von Peloton zum Bestseller in der Anfangszeit der Corona-Pandemie wurden, stand die Aktie vor gut einem Jahr noch bei rund 150 Dollar und Peloton war zeitweise mehr als 50 Milliarden Dollar wert. Zum Schlusskurs vom Freitag waren es nur noch gut acht Milliarden Dollar.

Nike könnte mit Peloton den Ausbau seines Geschäfts über den Verkauf von Sportartikeln hinaus beschleunigen: Die Firma bietet neben Bikes und Laufbändern auch Abos für Trainings an. Amazon beschränkte sich im Wellness-Bereich bisher auf einen in den USA erhältlichen Fitness-Tracker, Gerätechef Dave Limp gilt in der Branche aber als ein Fan der Peloton-Bikes, der sie am liebsten selbst erfunden hätte.

Probleme durch Preissenkung

Die Überlegungen von Amazon und Nike sind den Berichten zufolge zugleich noch in einem frühen Stadium. Beide hätten noch nicht mit Peloton selbst gesprochen, sondern nur mit ihren Beratern, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Angesichts des starken Kurseinbruchs, den Peloton in den vergangenen Monaten an der Börse erlebt habe, gebe es auch andere Interessenten. Die Unternehmen selbst äußerten sich zunächst nicht.

Bei Peloton häuften sich zuletzt die Probleme. Im November musste die New Yorker Firma ihre Umsatzprognose für das noch bis Mitte 2022 laufende Geschäftsjahr drastisch zusammenstreichen - um bis zu eine Milliarde Dollar. Ein Auslöser war, dass Peloton im August den Preis des ursprünglichen Modells seines Trainings-Bikes um ein Fünftel senkte. Die Kunden zogen es danach verstärkt der teureren und für Peloton lukrativeren neuen Version vor. Vor der Preissenkung hatten sich die beiden Modelle etwa gleich gut verkauft, danach dominierte das ältere Bike mit rund 75 Prozent. Peloton wird im Markt zugleich von anderen Herstellern mit zum Teil günstigeren Konkurrenzgeräten unter Druck gesetzt.

Für zusätzliche Turbulenzen sorgte zugleich ein Bericht des US-Senders CNBC, dem zufolge Peloton wegen schwacher Nachfrage die Produktion seiner Bikes und Laufbänder pausieren müsse. Firmenchef John Foley bestritt danach in einem sehr eng gefassten Dementi lediglich, dass die Herstellung aller Modelle ausgesetzt werde. Mehr Details zur Entwicklung des Geschäfts dürfte es bei Vorlage der Quartalszahlen am kommenden Dienstag geben.

In den vergangenen Wochen bereitete Peloton auch noch ein ungewöhnlichen Image-Problem Kopfschmerzen: In gleich zwei TV-Serien erlitten Figuren Herzinfarkte nach Peloton-Trainings. Das Unternehmen sah sich genötigt, darauf hinzuweisen, dass Aktivität das Herz stärke. dpa

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