Pensionskasse: Vorrechnen lassen, was auf Versorgungskonto landet

- Pensionskasse klingt sicher, es gibt sie schon seit über 100 Jahren. Wegen des Muskelschwunds der gesetzlichen Rentenkasse wächst die Bedeutung der so genannten zweiten und dritten Säule der Altersversorgung: der betrieblichen und der privaten. Zunehmend mehr Arbeitnehmer zahlen in Pensionskassen ein, weil sich ihr Arbeitgeber dafür entschieden hat. Doch die Sache kann einen Haken haben: Bei einem Jobwechsel nach kurzer Zeit kann man bei offenen Pensionskassen wegen hoher Verwaltungskosten und Provisionen sein eingezahltes Geld verlieren.

<P>Etwa 160 Pensionskassen bieten laut der Zeitschrift "Finanztest" (1/2004) in Deutschland betriebliche Altersvorsorge an. Nur 29 von ihnen sind für alle Unternehmen geöffnet ("offene Kassen"). Die Mehrzahl ist auf einzelne Großunternehmen oder Arbeitgeber einzelner Branchen beschränkt.</P><P>Bei den Pensionskassen sind drei verschiedene staatliche Förderungen möglich: </P><P>Gehaltsumwandlung<BR>Arbeitnehmer können bis zu 2475 Euro in diesem Jahr von ihrem Gehalt steuerfrei in Beiträge für die Pensionskasse umwandeln. Die Auszahlung wird - nachgelagert - versteuert.</P><P>Pauschalsteuer<BR>Weiter können Arbeitnehmer neben der steuerfreien Gehaltsumwandlung zusätzlich in die Pensionskasse einzahlen. Diese Beiträge werden dann pauschal mit 21,1 Prozent inklusive "Solidaritätszuschlag" versteuert. Deshalb lohnt sich diese Variante für Arbeitnehmer mit hohem Steuersatz. <BR>Diese Leistungen bleiben steuerfrei, wenn das Kapital auf einen Schlag ausgezahlt wird. Bei Rentenzahlung ist nur der geringe Ertragsanteil steuerpflichtig. Bei Auszahlung mit 65 Jahren liegt dieser Ertragsanteil bei nur 27 Prozent der Rente. </P><P>Riester-Rente<BR>Stattdessen oder auch zusätzlich können Arbeitnehmer die Riester-Förderung aus Zulagen und Sonderausgabenabzug nutzen. Die Riester-Rente wird später (nachgelagert) versteuert.<BR>Mit Gehaltsumwandlung und Pauschalsteuer sparen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber bis einschließlich 2008 auch noch Sozialversicherungsbeiträge, teilt Stiftung Warentest mit.</P><P>An Betrieb gebunden<BR>Pensionskassen unterliegen der staatlichen Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin). "Die Effizienz ist jedoch schwer zu bewerten", sagt Michael Scheunert, Versicherungsmakler von A-Financial in Pöcking. Pensionskassen werden nicht durch Externe zusätzlich bewertet. Die Pensionskassen, die sich auf betriebliche Altersvorsorge beschränken, kommen meist mit einer schlanken Verwaltung aus. "So belasten sie ihre Klientel im Vergleich zu Lebensversicherern weniger stark mit Kosten", schreibt "Finanztest".</P><P>Neue Pensionskassen<BR>Anders sieht es bei den neu gegründeten Pensionskassen aus, die neben der "Betriebsrente" zusätzlich auch Versicherungen anbieten. Die meisten der offenen Kassen arbeiten mit einem teuren Vertriebsnetz und kassieren gleich nach Vertragsschluss hohe Abschlussprovisionen. Die Provisionen werden von den ersten Beiträgen abgezogen. Wechselt jemand nach kurzer Zeit seine Arbeitsstelle, so kann es sein, dass er mit seinem Geld bisher nur die Provision bezahlt hat.<BR>Stiftung Warentest rät daher: Bevor man einen Vertrag unterschreibt, sollte man sich vorrechnen lassen, wie viel Geld in den ersten Jahren wirklich auf dem Versorgungskonto ankommt.</P><P>Weitere Möglichkeiten<BR>Neben der Pensionskasse gibt es als betriebliche Altersvorsorgemöglichkeiten noch Pensionsfonds, Direktversicherung, Unterstützungskasse oder Direktzusage. Was er davon anbietet, entscheidet der Arbeitgeber.</P>

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