Pentagon schreibt Tankflugzeug-Großauftrag neu aus

-

Washington (dpa) - Das US-Verteidigungsministerium hat den ursprünglich an den Airbus-Mutterkonzern EADS vergebenen "Jahrhundertauftrag" zur Lieferung von 179 Tankflugzeugen an die US- Luftwaffe offiziell neu ausgeschrieben.

Sowohl der EADS-Konzern und sein US-Partner Northrop Grumman wie auch der amerikanische Hersteller Boeing seien am Mittwoch formal aufgefordert worden, neue Angebote zu unterbreiten, sagte ein Sprecher. Das ursprüngliche Vergabeverfahren hatte nach Auffassung des Pentagon Mängel und konnte deshalb nicht beibehalten werden. Deshalb war Anfang Juli eine Neuausschreibung angekündigt worden.

US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte damals angekündigt, dass bis zum Jahresende über den 40-Milliarden-Dollar-Auftrag entschieden werden solle. "Wir werden zu einem Vertrag kommen und loslegen", sagte der Pentagon-Chef. Die Verjüngung der veralteten US- Tankerflotte sei dringend notwendig.

Das Pentagon hatte den Mega-Auftrag - dessen Gesamtwert auf bis zu 100 Milliarden Dollar geschätzt wird - im März nicht wie erwartet an den US-Hersteller Boeing vergeben, sondern an EADS und Northrop Grumman. Darauf hatte Boeing Beschwerde eingelegt. Später hatte der US-Rechnungshof eine Neuausschreibung mit der Begründung empfohlen, bei der Auftragsvergabe an EADS und Northrop Grumman seien schwere Fehler gemacht worden, ohne die Boeing möglicherweise den Zuschlag erhalten hätte.

Der Rechnungshof hatte im Juni insbesondere moniert, die Air Force habe eigene Ausschreibungsbedingungen missachtet und eine Reihe von Fehlern gemacht. Boeing hätte sonst "eine substanzielle Chance gehabt, den Zuschlag zu bekommen", urteilte die Behörde. So sei das von EADS und Northrop Grumman angebotene Flugzeug im Unterhalt nicht - wie von der Air Force behauptet - günstiger als der Boeing-Tanker. Airbus hatte bereits nach der Ankündigung der Neuausschreibung ungebrochenen Optimismus zu Schau gestellt. Man werde sich erneut bewerben und habe das beste Angebot, hieß es damals.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kaufhof-Mutter HBC trennt sich von Chef Storch
Die Warenhauskette Kaufhof steckt in der Krise - wie auch die kanadische Mutter HBC. Nun verlässt HBC-Chef Storch den Konzern. Kaufhof gibt sich gelassen.
Kaufhof-Mutter HBC trennt sich von Chef Storch
EU-Kommission erwartet Aufholjagd bei schnellem Internet
Europa hängt bei Zukunftstechnologien in wichtigen Bereichen hinterher. Doch nach dem jüngsten EU-Gipfel können Online-Shopper und Nutzer des mobilen Internets hoffen.
EU-Kommission erwartet Aufholjagd bei schnellem Internet
Studie: Autofahrer profitieren von Benzinpreis-Apps
Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe sollte die Position der Autofahrer gegenüber den Ölkonzernen stärken und niedrigere Preise mit sich bringen. Eine Studie kommt …
Studie: Autofahrer profitieren von Benzinpreis-Apps
Unfassbar! Ikea-Möbel kostet Kleinkind das Leben
Die Eltern des kleinen Jozef (2) waren fassungslos, als Sie das Kinderzimmer betraten. Ihr Sohn lebte nicht mehr. Schuld soll ein Ikea-Möbel gewesen sein.
Unfassbar! Ikea-Möbel kostet Kleinkind das Leben

Kommentare