Pepsico: Wir wollen Danone überhaupt nicht

- Paris - Mit einem Kurssturz der Danone-Aktie um fast acht Prozent ist die Spekulation auf eine Übernahme des französischen Nahrungsmittelkonzerns durch Pepsico zusammengebrochen. Der US-Getränkemulti habe erklärt, "gegenwärtig" keine Kaufpläne zu verfolgen, berichtete die Pariser Börsenaufsicht AMF. Die AMF prüft jetzt, ob der Kurs manipuliert wurde, nachdem eine beispiellose Mobilisierung der französischen Politik gegen die angebliche Übernahme die Danone-Aktie bis um 27 Prozent hochgetrieben hatte.

Wirtschaftsminister Thierry Breton erklärte, es gebe "weder Gewinner noch Verlierer". Er begrüßte die Mobilisierung der Franzosen für Danone als "gute Nachricht", auf die er politisch aufbauen wolle. In einem "Monde"-Interview erklärte er jedoch, Frankreichs Zukunft liege nicht im Protektionismus. "Was zählt, ist nicht die Nationalität des Kapitals, sondern die Nationalität des Unternehmensprojektes."Danone wies die Behauptung, der Konzern habe die Spekulation selbst angeheizt, um den Kurs zu stützen, als völlig haltlos zurück. Die Übernahmegerüchte hatten die Aktie steigen lassen, obwohl das Unternehmen vor der Bekanntgabe eines Gewinneinbruchs im ersten Halbjahr stand. Der Kleinaktionärsverein ADAM hält deswegen ein Insiderdelikt für möglich. Den Politikern wirft ADAM zudem "Demagogie statt Pädagogik" in der Affäre vor. Bis hin zu Präsident Jacques Chirac hatten sich Regierung, Opposition und Verbände für die Verteidigung von Danone gegen Pepsico stark gemacht.Pepsico hatte die Übernahmegerüchte nicht dementiert. Nach französischem Recht muss ein Konzern aber Übernahmepläne bestätigen, wenn über sie bereits am Markt offen spekuliert wird. Ob Pepsico den Kauf von Danone langfristig erwägt, bleibt ungewiss. Einige Händler rechnen weiter damit. Am Freitag nahm der Anbieter von Chips und Brausegetränken zwei Manager in die Führung auf, die sich um die Expansion im Ausland und in Bereiche der gesunden Ernährung kümmern sollen. Danone kommt vor allem mit Milchprodukten und Mineralwasser auf 13,7 Milliarden Euro Umsatz und 317 Millionen Euro Überschuss. Der Konzern hat 89 500 Mitarbeiter.

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