"Perfekte Bedingungen": Starker Auftakt des Weihnachtsgeschäfts

- München - Das Weihnachtsgeschäft hat für Bayerns Einzelhändler gut begonnen. Am ersten Adventswochenende drängten sich die Kunden in den Läden und Fußgängerzonen. Aus der Münchner Innenstadt berichteten Händler von einem Mehrgeschäft gegenüber dem Vorjahr von teilweise fünf bis zehn Prozent.

Von "perfekten Rahmenbedingungen" berichtete Wolfgang Fischer vom Verein City Partner München. Das Wetter sei aus Sicht des Handels ideal gewesen: "Wir hatten Schnee, aber kein Chaos auf den Straßen. Es war auch nicht so schön, dass alle am Wochenende in die Berge gefahren wären." Dementsprechend hätten die ersten Rückmeldungen einzelner Geschäfte Umsatzzuwächse von fünf bis zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr ergeben.

"Einen Grund für Jubelarien gibt es aber trotzdem nicht", sagte der Sprecher des Landesverbandes des bayerischen Einzelhandels, Bernd Ohlmann. Die Innenstädte und die Läden seien voll gewesen, die Kunden in der Masse aber noch zurückhaltend. "An den Kassen ist gut zu tun, lange Schlangen haben sich bislang aber noch nicht gebildet", sagte ein Kaufhaus-Sprecher. Der Samstagvormittag sei noch relativ ruhig angelaufen, seit Mittag habe sich das Geschäft aber deutlich gefüllt, berichtete der Sprecher eines Discounters.

"In vielen kleineren bayerischen Städten und Gemeinden startete das Weihnachtsgeschäft insgesamt ruhiger", lautete die Bilanz beim Handelsverband BAG Bayern. Der erste Samstag im Advent werde häufig dazu genutzt, sich beim Bummeln inspirieren zu lassen. "Gekauft wird dann an den folgenden Wochenenden."

Wenn einmal eine Kaufentscheidung getroffen sei, dann werde bei den Weihnachtsgeschenken nicht gegeizt, beoachtete Einzelhandelssprecher Ohlmann. Das kalte Wetter fördere zudem die Kauflust für Winterbekleidung und Wintersportartikel. "Der Dauerfrost macht den Händlern warm ums Herz", sagte Ohlmann. Auch City-Partner-Geschäftsführer Fischer stellte fest: "Es ging alles, was warm ist - von Schuhen bis zur Mütze. Außerdem gab es große Nachfrage rund ums Thema Wintersport." Bei der Unterhaltungselektronik vermisse man heuer echte Produktneuheiten. Doch auch hier sei das Kaufinteresse der Kunden - etwa bei Flachbildschirmen - groß. Nach Angaben von LBE-Sprecher Ohlmann zählten wie in den vergangenen Jahren auch Parfüm, Schmuck, Uhren und Spielwaren zu den "Rennern bei den Kunden".

Bundesweit hatten rund 200 Städte und Gemeinden am 1. Adventssonntag einen verkaufsoffenen Tag angesetzt. Möglicherweise wurde dadurch Kaufkraft verlagert, sagte Ohlmann. Grundsätzlich dehne München sein Einzugsgebiet aber zum Weihnachtsgeschäft deutlich aus, stellte Fischer fest. Viele Gäste aus Österreich und der Schweiz seien nach Bayern gekommen.

Nach Experteneinschätzung können sich die Kunden heuer erneut auf Preissenkungen einstellen. Sirko Siemssen, Handelsexperte der Unternehmensberatung Mercer Management Consulting, sagte, die Unternehmen seien wegen des scharfen Branchenwettbewerbs gezwungen, bei ihren Preisen verstärkt den Rotstift anzusetzen, zumal die Lager gut gefüllt seien. Doch Handelsverbandssprecher glauben nicht an ausufernde Rabattschlachten. "Eine Nervosität bei den Unternehmen, die zu Rabattschlachten führen könnte, ist derzeit nicht zu spüren. Wir nehmen verhaltenen Optimismus wahr."

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