Vor dem Personalabbau: Airbus braucht 1000 neue Mitarbeiter

- Hamburg - Während mit dem Airbus-Sparprogramm Power8 rund 10 000 Arbeitsplätze wegfallen sollen, stellt das Unternehmen in Deutschland in diesem Jahr 1000 neue Mitarbeiter ein. Dabei gehe es um 250 unbefristete Arbeitsplätze direkt bei Airbus und 750 Leihkräfte, sagte ein Sprecher dem "Hamburger Abendblatt".

Abbauen und gleichzeitig anwerben ist kein Widerspruch. Denn mit Power8 soll vor allem im Verwaltungsbreich gespart werden. Während dort Personal abgebaut wird, werden die neuen Mitarbeiter in der Produktion und in der Entwicklung eingesetzt.

Gleichzeitig soll auch der Ruf des Unternehmens aufpoliert werden. Es komme auch darauf an, sich als Unternehmen darzustellen, das auch Personal einstellt, sagte Personalleiter Stephan Bartlet. Selbst die Leiharbeitnehmer werden dabei nicht als Arbeitskräfte zweiter Klasse angesehen. Nach vier Monaten bekommen sie so viel Gehalt wie ihre fest angestellten Kollegen.

Die Produktionsprobleme beim Riesen-Airbus A380 belasten den europäischen Flugzeugbauer mit mehreren Milliarden Euro. Obwohl auch in Deutschland 3700 Arbeitsplätze wegfallen sollen, braucht Airbus zugleich dringend zusätzliche Mitarbeiter, die vor allem an zwei Fronten eingesetzt werden:

Zum einen müssen die Verkabelungs-Probleme beim A380 (durch die die Krise des europäischen Flugzeugbauers ausgelöst wurde) behoben werden.

Gleichzeitig müssen die vollen Auftragsbücher bei anderen Modellen abgearbeitet werden. Dies betrifft vor allem die "Single Aisle"-Modelle (der englische Begriff steht für einen Gang, weil die kleinen Modelle 318 bis 321 nur einen Gang in der Mitte haben).

Insgesamt benötige das Unternehmen 300 Ingenieure, davon 150 als Leihkräfte. Die Übrigen seien Elektriker, Elektroniker, Arbeitsvorbereiter und Fachleute für Qualitätssicherung.

"Nachdem wir im Januar die Probleme beim Einbau der Kabel gelöst haben, können wir die dabei entwickelten Verfahren auf weitere A380-Maschinen übertragen", sagte Firmensprecher Tore Prang dem "Abendblatt". Konkret gehe es dabei um die ersten 25 Jets, die jetzt nachgearbeitet werden müssten. "Da die schon produzierten Jets zumeist in Toulouse stehen, wird ein Teil der neuen Mitarbeiter auch dort eingesetzt werden", sagte Bartlet. 200 der insgesamt 1000 offenen Stellen seien bereits besetzt.

Erst vom 26. Flugzeug an werde eine andere Software für die Konstruktion verwendet, mit der die Probleme mit der Verkabelung von vornherein abgestellt worden seien.

Durch die Verkabelungskrise sieht sich der europäische Flugzeugbauer mit hohen Forderungen von Kunden konfrontiert, die für Lieferverzögerungen beim A380 entschädigt werden müssen. Dies hatte den Flugzeugbauer im Geschäftsjahr 2006 tief in die roten Zahlen rutschen lassen. Die Frachtversion des A380 wurde gar auf unbestimmte Zeit verschoben, weil einige der wichtigsten Kunden ganz abgesprungen waren.

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