Pestizide und Schwermetall: Giftiges Gemüse

- Berlin - Paprika, Kopfsalat, Rucola, Äpfel und Beeren sind zum Teil auffällig mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln belastet. Dies zeigt eine Studie, die das Bundesamt für Verbraucherschutz anlässlich der "Grünen Woche" in Berlin vorstellte.

Für die Studie "Lebensmittelmonitoring 2004" analysierte das Bundesamt für Verbraucherschutz in Zusammenarbeit mit den Ländern 5000 Proben aus 50 ausgewählten Produkten. Insgesamt wurden in sechs Prozent davon die gesetzlichen Höchstgehalte für Pflanzenschutzrückstände, Schwermetalle oder andere unerwünschte Stoffe überschritten. Vor allem importierte Ware sei beanstandet worden, hieß es.

Saubere Alternative: Bio-Waren

Im Umgang mit Obst und Gemüse riet Pressesprecher Jochen Heimberg: "Was man schälen kann, soll man schälen und was man waschen kann, soll man waschen." Wer Belastungen umgehen wolle, sollte besser zu Bioobst und -gemüse greifen, meinte er. Bedenklich ist aus Sicht der Behörde auch die hohe Quecksilberbelastung von barschartigen und lachsähnlichen Dorsch- und Plattfischen aus Südostasien. Hier empfehlen die Experten, den Verzehr einzuschränken. Auch seien in frischen Muscheln fast immer Blei und Cadmium zu finden und in zwei Dritteln auch Quecksilber.

Bei Gemüsepaprika kam das Bundesamt zu teils alarmierenden Ergebnissen. So fanden sich in 83 Prozent aller Proben Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und bei 37 Prozent lagen die Gehalte über den zugelassenen Höchstmengen, vor allem bei Paprika aus der Türkei und Spanien. "Dies ist sehr, sehr bedenklich", sagte Heimberg.

Nur jeder zehnte Apfel rückstandsfrei

Bei Rucola und Kopfsalat monierten die Prüfer zudem hohe Nitratgehalte. So sei der Höchstwert bei 100 Prozent der Rucola-Proben und bei 25 Prozent der Kopfsalat-Proben überschritten worden. Hier seien "Minimierungsmaßnahmen dringend geboten", hieß es. Auch in über 80 Prozent aller Proben von Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren fanden sich Pflanzenschutzmittel-Rückstände. Ähnlich fatal ist die Bilanz bei Äpfeln: Hier sind nur noch zehn Prozent rückstandsfrei. Im Jahr 2001 lag dieser Anteil noch bei 30 Prozent.

Grundnahrungsmittel wie Brot und auch Pizza hätten in der Untersuchung gut abgeschnitten. Wenig Belastungen wiesen auch Müsli und andere Frühstücksflocken auf. Bei Brühwurst und Hering gab es ähnlich gute Werte.

Der Bericht "Lebensmittelmonitoring 2004" kann auf der Webseite des Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit als PDF-Datei heruntergeladen werden: www.bvl.bund.de/lebensmittelmonitoring

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