Pfahls im Ministerium für Daimler nützlicher

- München - In der Affäre um Ex-Verteidigungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls kommen immer neue Details ans Licht. Vor seinem Wechsel vom Ministerium zu Daimler-Benz Anfang der 90er-Jahre sei Pfahls möglicherweise auf Wunsch des Unternehmens wegen umstrittener Rüstungsprojekte länger im Amt geblieben als ursprünglich geplant, berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel".

<P>Eine Aktennotiz des damaligen Daimler-Benz-Personalvorstands Hans-Wolfgang Hirschbrunn vom 3. Juni 1991 nähre den Verdacht, dass Pfahls von der Hardthöhe für den Konzern wirkungsvollere Lobbyarbeit verrichten konnte als im Unternehmen, schreibt das Magazin. Obwohl der Arbeitsvertrag für Pfahls bereits im November 1990 unterschriftsreif gewesen sei, sei er noch bis Februar 1992 im Ministerium geblieben.</P><P>Hirschbrunn habe nach einem Telefonat mit Pfahls, in dem es auch um den Eintrittstermin bei Daimler ging, notiert: Pfahls "erwähnte andererseits, dass Herr Schrempp ihm sein Interesse bekundet habe, ihn noch länger auf der Hardthöhe wegen des PAH und des Jäger 90 zu sehen". Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp war damals als Chef der Daimler-Tochter Dasa für die Rüstungsprojekte zuständig. Pfahls war für die Rüstungsabteilung des Ministeriums verantwortlich und damit für die Verhandlungen mit der Industrie über die umstrittenen Rüstungsprojekte, den Panzerabwehrhubschrauber (PAH) und den Jäger 90.</P><P>Daimler-Chrysler habe die angeblichen Äußerungen Schrempps nicht dementiert, heißt es im "Spiegel". Es handele sich um Gesprächsnotizen des damaligen Personalvorstands, "die einen persönlichen Eindruck der zitierten Sachverhalte wiedergeben".</P><P>Der wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung angeklagte Pfahls war im Juli nach jahrelanger Flucht in Paris festgenommen worden. Das Auslieferungsverfahren läuft. Pfahls soll von dem nach Kanada geflüchteten Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber 1,9 Millionen Euro Bestechungsgeld erhalten und nicht versteuert haben.</P>

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