Pfandbriefe: Neues Gesetz kommt Kleinanlegern zu Gute

- Pfandbriefe gelten als solide Anlageform mit geringem Verlustrisiko und werden deswegen gerade von sicherheitsbewussten Sparern geschätzt. Auch in der derzeitigen Niedrigzinsphase sind sie gefragt - obwohl sie nur bescheidene Gewinne abwerfen. Seit 19. Juli ist ein neues Gesetz in Kraft, das nach Expertenmeinung künftig für deutlich mehr Wettbewerb am Markt sorgen dürfte.

Nach dem neuen Recht darf jede Bank, die mindestens 25 Millionen Euro Kernkapital, die nötige Deckung und eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht aufweisen kann, Pfandbriefe ausgeben. Bisher war das nur Hypothekenbanken, öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten und Schiffsbanken möglich. Peter Grieble, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, schätzt, dass sich somit Angebot und Auswahlmöglichkeiten in Zukunft vergrößern. Davon könnten auch Kleinanleger profitieren.

Pfandbriefe gibt es schon seit 1769. Bis heute haben sie sich hinter den Anleihen der öffentlichen Hand zum zweitgrößten Markt unter den Festverzinslichen entwickelt, erklärt Christian Walburg vom Verband deutscher Hypothekenbanken. Sie sind gefragt, weil sie ähnlich sicher sind wie Bundesanleihen, aber etwas mehr Gewinn bringen. Laut "Zinshitparade" des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) belegen Pfandbriefe mit achtjähriger Laufzeit derzeit Platz 1 mit einer Rendite von 3,2 Prozent, gefolgt von 6-jährigen Bundesschatzbriefen Typ A mit 2,51 Prozent.

Möglichst bis zum Laufzeitende liegen lassen

Mit kürzerer Laufzeit sinkt jedoch der Ertrag von Pfandbriefen. Allerdings ist es in dieser anhaltenden Niedrigzinsphase grundsätzlich schwierig, sichere und trotzdem rentable Anlagen zu finden. Mit den derzeit historisch mageren Erträgen geben sich die Investoren aber offenbar zufrieden, weil sie darauf bauen können, dass ihr Geld solide angelegt ist. Für die Sicherheit sorgen Hypotheken- oder Staatskredite. Die Wertpapiere sind mittelbar durch ein Grundpfandrecht (auf ein Grundstück) oder durch Forderungen gegen die öffentliche Hand abgesichert.

So solide und sicher das Fundament des Pfandbriefs ist, so gibt es doch ein gewisses Risiko. Die Gefahr geht von möglichen Marktzinsveränderungen aus. Gehen in nächster Zeit die Zinsen nach oben, kann es zu Kursverlusten kommen. Je länger die Restlaufzeit von Pfandbriefen noch ist, desto größer können die Verluste sein. Ein Anleger kann seine Papiere zwar jederzeit abstoßen. Bei vorzeitigem Verkauf vor Laufzeitende drohen jedoch Einbußen. Denn die Rendite setzt sich nicht nur aus Zinszahlungen, sondern auch aus Kursgewinnen zusammen.

"Die Zinsentwicklung sollte jeder Anleger im Auge haben", rät Grieble. Steigen die Zinsen beispielsweise um ein Prozent, muss der Anleger für jedes Jahr Restlaufzeit einen Kursrückgang von etwa einem Prozentpunkt einkalkulieren. Weil die Anlage am Ende der Laufzeit zu 100 Prozent zurückgezahlt wird, umgehen Investoren, die ihre Pfandbriefe bis zur Fälligkeit halten, das Kursrisiko.

Wer sich für eine längere Laufzeit entscheidet und das Risiko eingeht, vorzeitig verkaufen zu müssen, sollte sich für einen so genannten Jumbo entscheiden. Das sind Pfandbriefe mit einem Emissionsvolumen von mindestens 500 Millionen Euro. "Das Geschäft wird maßgeblich von Jumbos bestimmt", erläutert Walburg. Der neue Wettbewerb tue dem Pfandbrief-Bereich gut, ist Grieble überzeugt.

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