Pfizer warnt vor nachgemachten Pillen

- Karlsruhe - Vor einem wachsenden Angebot gefälschter Arzneimittel warnt der Pharmakonzern Pfizer. "Das ist ein Problem, was unterschätzt wird", sagte der Chefjurist des weltgrößten Arzneimittelherstellers, Michael Klein. "Gefälscht wird da, wo man sich scheut, in die Apotheke zu gehen: vom Potenzmittel bis hin zu Mitteln gegen Haarausfall oder gegen Fettleibigkeit." Dabei seien die Fälschungen teils so gut, dass man sie nicht vom Original unterscheiden könne.

"Wir müssten die Ware chemisch analysieren, um die Fälschung zu erkennen", sagte Klein. Die Fälscher nutzten originale Produktionsnummern und mit größter Präzision auch spezielle Schutz-Hologramme. Bei organisierten Fälscherbanden in Osteuropa und Asien gebe es gar mafiöse Strukturen. Klein forderte, die Strafe für das Fälschen der Pillen und das Inverkehrbringen deutlich zu erhöhen.

Pfizer ist mit seinem Potenzmittel Viagra besonders betroffen. Allein im vergangenen Jahr seien zehn Millionen gefälschte Viagra-Tabletten von Behörden beschlagnahmt worden. Der Schaden belaufe sich mindestens auf zweistellige Millionensummen.

Laut Klein sind im Internet "unglaubliche Mengen" gefälschter Arzneimittel zu finden. "Wer im Internet bestellt, und damit meine ich nicht zugelassene Internet-Apotheken, handelt leichtfertig", sagte er. "Wenn Sie Glück haben, ist nichts drin, wenn Sie Pech haben, ist das Falsche drin." Auch der bisherige Vertriebsweg in Deutschland sei keineswegs sicher, weswegen Pfizer an fälschungssichereren Verpackungen arbeite.

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