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Hilfe bei Demenz. Klassische Versicherungen bezahlen in diesem Fall nicht.

Pflege-Rentenversicherung: Policen teuer, aber flexibel

München - Viele Demenz-Patienten gelten in der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht als pflegebedürftig, auch wenn sie täglich Hilfe brauchen. Pflegerentenversicherungen springen in solchen Fällen ein, sie sind jedoch deutlich teurer als andere Policen für den Pflegefall.

Pflegerentenversicherungen sind die teuersten Vorsorgeangebote für den Pflegefall. Sie bieten - wie andere private Pflegeversicherungen - eine lebenslange monatliche Leistung, wenn der Kunde pflegebedürftig wird. Anders als andere Policen helfen sie aber schon, wenn ein Mensch dement wird, aber körperlich noch fit ist.

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Die Zeitschrift Finanztest hat für 13 Pflegerententarife untersucht, welche Leistungen Kunden in den einzelnen Pflegestufen bekommen, wenn sie einen Beitrag von 100 Euro im Monat zahlen. Schließt zum Beispiel eine Frau den Vertrag mit 45 Jahren ab, erhält sie für 100 Euro Monatsbeitrag 781 Euro Rente in allen Pflegestufen aus der Pflegerentenpolice der Ideal im Test. Das ist viel weniger Geld, als eine Pflegetagegeldversicherung bieten würde. Die ist jedoch lange nicht so flexibel und hat schlechtere Regelungen für den Fall der Demenz.

Pause bei Beiträgen

Die Tester stellen einen weiteren Vorteil der Pflegerentenpolicen heraus: Kunden können einige Jahre mit den Beiträgen aussetzen, wenn es eng wird. Sie verlieren nicht gleich alles, wie zum Beispiel mit einer Pflegetagegeldversicherung. Selbst wenn ein Kunde 20 Jahre nach Vertragsschluss gar keine Beiträge mehr zahlen kann, erhält er von den meisten Rentenversicherern etwas mehr als die Hälfte der vereinbarten Leistungen.

Genug in allen Stufen

Wichtig ist in jedem Fall, dass Versicherte in allen drei Pflegestufen genug Geld bekommen, um zusammen mit den Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung gut versorgt zu sein.

Die Leistungen der Pflegerentenversicherungen sind im Test mit einer Kennzahl bewertet. Je höher diese Zahl, desto höher die garantierte Leistung. Die höchsten Werte erreichen Angebote von WWK (Flexi) und Ideal. Neben den garantierten Leistungen kann der Kunde noch Überschüsse bekommen, falls das Unternehmen hohe Erträge erwirtschaftet. In den meisten Tarifen erhöht sich dann die Rente.

Konstante Beiträge

Der Beitrag bleibt dagegen konstant. Auch das ist ein Vorteil gegenüber der Pflegetagegeldversicherung. Die kostet zwar zunächst viel weniger. Doch der Versicherer kann die Beiträge erhöhen, wenn er mehr für Leistungen ausgeben muss als kalkuliert.

Für die Pflegerentenversicherung müssen die Versicherten außerdem keine Beiträge mehr zahlen, wenn sie pflegebedürftig sind. Für die meisten Tagegeldpolicen zahlen sie dagegen weiter bis zum Lebensende.

Was bezahlt wird

Pflegerentenversicherer zahlen, wenn ein Arzt mindestens eine mittelschwere Demenz bescheinigt. Patienten können sich dann zum Beispiel nicht mehr ohne Anleitung ankleiden oder finden gewohnte Wege nicht mehr.

Alle getesteten Policen leisten dann so viel wie sonst in Pflegestufe II, der Volkswohl Bund zahlt sogar so viel wie für Stufe III. In der gesetzlichen Versicherung und den meisten Pflegetagegeldpolicen dagegen haben körperlich gesunde Demenz-Patienten oft keinen Anspruch auf Leistungen.

Ist ein Patient zum Beispiel körperlich noch in der Lage, sich anzukleiden, braucht aber jemanden, der ihn anleitet, die richtigen Kleidungsstücke anzuziehen, dann wird er kaum auch nur die Pflegestufe I bekommen. Von der gesetzlichen Pflegeversicherung gäbe es dann maximal 200 Euro im Monat.

Die Versicherer stellen im Antrag Gesundheitsfragen. Menschen, die schon ernsthaft erkrankt sind, bekommen im ungünstigsten Fall keinen Vertrag mehr. Deshalb ist es sinnvoll, schon mit Mitte 40 über eine solche Absicherung zu entscheiden, auch wenn noch Jahrzehnte vergehen, bis die Police vielleicht einmal gebraucht wird.

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