Pflegedienste: Darauf sollten Sie achten

Wer einen ambulanten Pflegedienst beauftragt, hat die Qual der Wahl: Eine Vielzahl von Anbietern tummelt sich auf dem Markt. Und Informationen über die Qualität ihrer Arbeit sind schwer zu bekommen. Wir erklären, worauf Sie achten sollten.

Zwei Drittel der über zwei Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden zuhause betreut. Verwandte, Freunde und Nachbarn sind mit der Versorgung aber oft überfordert und nehmen die Hilfe von ambulanten Pflegediensten in Anspruch. Diese helfen beim Waschen, Anziehen oder auch der medizinischen Betreuung. 11 000 solche Anbieter gibt es in Deutschland. Neben einigen wenigen größeren wie der Caritas und der Arbeiterwohlfahrt sind das viele kleine Unternehmen mit einer Handvoll Mitarbeitern, die in eng begrenztem Raum ihre Dienste anbieten. Bevor Sie sich für einen entscheiden, sollten Sie mehrere Punkte prüfen:

Persönlicher Bedarf

„Setzen Sie Prioritäten bei der Auswahl von Pflegeangeboten“, rät die „Stiftung Warentest“. „Denn wahrscheinlich ist nicht alles bezahlbar, was wünschenswert wäre.“ Überlegen Sie also zunächst, welche Leistungen notwendig sind und welche Aufgaben Sie selbst übernehmen können.

Erstberatung

Die Dienste bieten in der Regel eine kostenlose Erstberatung an. Diese kann helfen, die komplizierten gesetzlichen Regelungen zu durchblicken und zu klären, welche Leistungen sinnvoll sind. Allerdings stellte die Stiftung Warentest in einer Untersuchung von 21 Pflegediensten in Mülheim an der Ruhr (Nordrhein-Westfalen) „erstaunliche Defizite“ bei solchen Erstberatungen fest, wie es in der Zeitschrift „Test“ (Ausgabe 7/2009) heißt. So seien die Formalitäten für einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung meist relativ gründlich erklärt worden, aber Hinweise auf Zuschüsse oder bestimmte Leistungspakete teils vergessen worden. Beratungsdefizite fanden die Verbraucherschützer auch bei Regelungen für Demenzkranke oder Themen wie Wohnraumanpassung und den Gesamtkosten der Leistungen.

Anbieter-Vergleich

Interessierte sollten sich beim Pflegedienst vor Abschluss eines Vertrags erkundigen, wie viele Pflegefachkräfte beschäftigt werden, welche Arbeiten Hilfskräfte übernehmen, wie viele wechselnde Kräfte den Pflegebedürftigen betreuen und ob der Dienst – insbesondere bei Notfällen – rund um die Uhr erreichbar ist. Ab Herbst gibt es auch einen Anhaltspunkt für die Qualität der Arbeit der Dienste. Dann wird eine entsprechende Liste durch die Medizinischen Dienste der Krankenversicherungen im Internet veröffentlicht. Allerdings hat diese ihre Tücken.

Vertrag

Die Stiftung Warentest rät, vor Vertragsabschluss auch auf folgende Vereinbarungen zu achten:

  • Pflegeleistungen: Welche Leistungen angeboten werden und wie viel sie kosten, sollte genau beschrieben sein – ebenso Gesamtkosten und Eigenanteil.
  • Rechnung: Nur der Eigenanteil ist privat abzurechnen, der Rest mit der Pflegekasse.
  • Zahlungsfrist: Nach Erhalt der Rechnung sollten mindestens zwei Wochen Zeit bleiben, um die Rechnung zu begleichen.
  • Dokumentation: Der Pflegedienst sollte zu Beginn eine Pflegeplanung anlegen und eine Dokumentation darüber führen.
  • Kündigungsfrist: Die Kündigung des Vertrags sollte dem Kunden ohne Frist möglich sein. Der Dienst sollte mindestens eine dreiwöchige Frist einhalten.

mm

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