Pfleger fordern mehr Gehalt - Warnung vor Pflegenotstand

Berlin - Angesichts massiven Stellenabbaus und drohenden Nachwuchsmangels fordern die Pflegekräfte in Deutschland mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen.

 "Wenn die Pflege nicht stärker anerkannt wird, werden sich nur noch Menschen für eine Ausbildung in dem Bereich interessieren, die sonst nirgends unterkommen", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), Franz Wagner, am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Vor allem ungelernte Helfer, aber in Einzelfällen auch ausgebildete Pflegefachkräfte gingen mit Niedriglöhnen nach Hause.

Über Jahre hinweg seien die Einkommen bei gleichzeitigem Stellenabbau und steigender Arbeitsbelastung gesunken. "Dort, wo Pflegehelfer sittenwidrig niedrige Löhne erhalten, erwarten wir erkennbare Gehaltssteigerungen", sagte Wagner vor dem Hintergrund der laufenden Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst. Die Einführung eines flächendeckenden branchenübergreifenden Mindestlohns - wie von den Gewerkschaften gefordert - könnte nach DBfK-Ansicht spürbare Verbesserungen bringen.

Gelernte Pflegefachkräfte würden im Regelfall besser bezahlt, so dass Mindestlöhne für diese Gruppe nicht zwingend besser wären. "Zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern gibt es aber in Einzelfällen auch Krankenschwestern, die nur 4,50 Euro verdienen." In den vergangenen zwölf Jahren seien im Pflegebereich bei steigender Zahl von Patienten und Demenzkranken 48 225 Stellen abgebaut worden, sagte Wagner. "Der Personalabbau muss gestoppt werden."

Bereits heute führe die zunehmende Arbeitsbelastung zu Unter- und Mangelversorgung. "Oft werden Patienten nicht mehr täglich gewaschen, auch können die Pfleger Dementen bei der Nahrungsaufnahme oft nicht die nötige Zuwendung geben." Die Versuchung sei groß, Betroffene durch Magensonden zu ernähren, obwohl sie auch gefüttert werden könnten.

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