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Das Werk der Pfleiderer AG am Konzernsitz des Unternehmens in Neumarkt in der Oberpfalz.

Pfleiderer-Pleite: Warum gibt es zwei Insolvenzanträge  

Neumarkt/Nürnberg - Nach der Pleite des Holzverarbeiters Pfleiderer herrscht Verwirrung: Welches Insolvenzgericht ist zuständig? Am Mittwoch waren gleich an zwei Gerichten Insolvenzanträge eingegangen.

Ein Insolvenzantrag ging in Düsseldorf von der Pfleiderer AG ein, ein anderer wurde in Nürnberg von einem Anleihegläubiger eingereicht. „Das Insolvenzgericht Nürnberg lässt nun mit Hilfe eines Gutachtens prüfen, wo die Pfleiderer AG ihren wirtschaftlichen Mittelpunkt hat“, sagte der Nürnberger Justizsprecher Markus Bader am Freitag.

Die Geschäftsführung ist nach Düsseldorf umgezogen

Eine Stellungnahme des Unternehmens war am Freitag dazu nicht zu erhalten. Eine Konzern-Sprecherin erläuterte lediglich, dass die Gesellschaft nach wie vor im oberpfälzischen Neumarkt nahe Nürnberg den Sitz habe, die Geschäftsführung jedoch ihren Sitz im vergangenen Sommer nach Düsseldorf verlegt habe. Bislang war der zweite Insolvenzantrag in Nürnberg nicht bekannt.

Pfleiderer hatte beim Düsseldorfer Amtsgericht für die Aktiengesellschaft eine Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt und das Gericht daraufhin den Sachwalter Horst Piepenburg bestimmt. Dieser soll nach Gerichtsbeschluss die Sanierung des Unternehmens überwachen. Piepenburg hatte umgehend mitteilen lassen, dass mit den im Vorfeld bekanntgewordenen Sanierungsbeiträgen ein Insolvenzplan sehr zügig umgesetzt werden könne. Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ermöglicht es dem Vorstand des Unternehmens, die Geschäfte unter der Aufsicht eines Sachwalters fortzuführen und so die begonnene Sanierung zum Abschluss zu bringen. Die Jobs der rund 4000 Mitarbeiter sollen so gesichert werden.

"Manipulation des Gerichtsstandes"?

Pfleiderer, einer der weltweit größten Hersteller von Span- und Faserplatten für Möbel und Laminatfußböden, hatte sich im US-Geschäft verhoben und rund eine Milliarde Euro Schulden angehäuft. Gegen ein Rettungskonzept des Konzerns hatten Anleihe-Gläubiger geklagt und vom Oberlandesgericht Frankfurt Anfang dieser Woche Recht bekommen. Mit der nun kommenden Insolvenz gehen die Investoren aber wohl leer aus.

Den Insolvenzantrag in Nürnberg hat einer dieser Investoren gestellt. Dessen Nürnberger Anwalt, Dietmar Dorn, vermutet hinter dem Antrag in Düsseldorf eine „Manipulation des Gerichtsstandes“. Die Konzernführung habe sich den Standort Düsseldorf schon vor Monaten mit Bedacht ausgesucht, „weil es dort für sie am günstigsten ist und sich die Position der Gläubiger nochmals verschlechtert.“

dpa

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