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Pfund Kaffee trotz Preisschub noch immer billiger als vor 35 Jahren

- Kaffee ist das beliebteste Getränk der Deutschen. 144 Liter betrug der Pro-Kopf- Verbrauch im vergangenen Jahr. Dagegen liegt Wasser mit 128 Litern auf dem zweiten und Bier mit 116 Litern auf dem dritten Platz. "Trotzdem wissen die meisten wenig über Kaffee", sagte Fernsehmoderatorin Nina Ruge. Sie ist Schirmherrin des ersten "Tags des Kaffees" am morgigen Freitag, der vom Deutschen Kaffeeverband organisiert wird.

- Weltmarkt "Kaffee ist das wichtigste Handelsgut nach Erdöl", sagte Herrmann Arnold, Präsidiums-Mitglied des Deutschen Kaffeeverbandes. Mit über 600 000 Tonnen Rohkaffee ist Deutschland nach den USA der zweitgrößte Kaffeeimporteur. Die Haupt-Fuhren kommen mit 27 Prozent aus Brasilien sowie mit 18 Prozent aus Vietnam. "Für die Volkswirtschaft bedeutet die Kaffeesteuer eine Milliarde Euro im Jahr", so Arnold. 20 bis 25 Millionen Menschen arbeiten in den Erzeugerländern für die Kaffeeindustrie, 10 000 sind es in Deutschland. Die Branche verzeichnete 2005 einen Umsatz von vier Milliarden Euro.

- Preisentwicklung Nach dem Jahresbericht des Kaffeeverbandes kostete die 500-Gramm-Packung Röstkaffee im vergangenen Jahr 3,61 Euro. Damit stieg der Preis im Vergleich zu 2004 um 24 Prozent. Grund seien die Kostensteigerungen beim Rohkaffee und im Verpackungsbereich. Allerdings war 2004 auch das beste Jahr für Kaffeeliebhaber. 1970 kostete ein Pfund zum Beispiel 4,24 Euro. 

- Rund um die Bohne Durchschnittlich werden in Deutschland jede Minute 200 000 Tassen des anregenden Heißgetränks konsumiert. Und zwar von 85 Prozent der Bevölkerung. Für eine Tasse werden 50 geröstete Bohnen benötigt, erklärte Ruge. Diese gewinnt man aus der Frucht des Kaffeebaums. Die Bohnen sind zuerst grün, nach dem Rösten werden sie braun und gewinnen noch an Volumen. Es gebe zwei Sorten des Kaffees, Arabica und Robusta. Arabica macht etwa zwei Drittel der Gesamtproduktion aus.

- Gesundheit "Kaffee hat Tausende verschiedener Aromastoffe", erklärte Ruge. Außerdem enthalte er Vitamine der B-Gruppen sowie Spurenelemente. Auch Antioxydantien, die gegen Krebs vorbeugen, sind dort zu finden. "In 1,64 Tassen sind fast 70 Prozent der täglich benötigten Menge." Ruge gab auch Tipps zur Lagerung des Kaffees. Das Pulver sollte nach dem Öffnen der Vakuumverpackung in den Kühlschrank gestellt werden. Es stimme laut wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht, dass dem Körper durch das koffeinhaltige Getränk Wasser entzogen würde. Ein anderes Vorurteil sei, dass man nach einem Kaffee abends nicht einschlafen könne. Das sei nicht richtig. Gerade bei älteren Menschen, die zu niedrigen Blutdruck hätten, wäre eine Tasse vor dem Zubettgehen zu anregenempfehlen. Auch gebe es keine Hinweise darauf, dass Kaffee süchtig machen könne. "Das Coffein wirkt auf das Herz-Kreislauf-System, das Zentralnervensystem und regt die Nierenfunktion an", erklärt Erni Sandtner, Ernährungsexpertin des Verbraucherservice Bayern in München. Kaffee habe so gut wie keine Kalorien und eine belebende Wirkung.

- Am liebsten gefiltert 89 Prozent der Deutschen trinken am liebsten Filterkaffee. Allerdings verdreifachten die Eintassenportionen ihren Absatz 2005 im Vergleich zum Vorjahr. Der lösliche Kaffee gewinnt immer weiter an Beliebtheit. Dabei liegen mit 86 Prozent die Cappuccino-Varianten an erster Stelle. Eiskaffee, Café au lait und Wiener Melange machen zusammen zehn Prozent aus. Insgesamt dominiert traditioneller Bohnenkaffee mit einem Anteil von 48,5 Prozent den Markt.

- Kaffee-Forschung Auch wissenschaftlich wird der Kaffee untersucht. So fanden Forscher der Universität Braunschweig heraus, dass die Qualität des Kaffees schon bei der Rohbearbeitung beeinflusst werden kann. So behält der Kaffee bei der sogenannten Nass-Aufbereitung sein Aroma. Werden die Bohnen vor der Verarbeitung getrocknet, führt dies zu Stress in den Samen, was den Geschmack schmälert.

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